Samstag, 12. September 2009

BAUMGESICHT - DER BAUM OH AUS OHRDRUF/THÜR DER ÜBER DEN BLOG BAUM - GESICHTER STAUNT


Der über den Blog BAUM - GESICHTER staunende Baum

foto: kurt zentgraf / Ohrdruf 


Das war eine Freude, als ich gestern per E-Mail das Foto
 

DES BAUMES OH,
DER ÜBER DEN BAUM-GESICHTER-BLOG STAUNTerhielt.



Dieser Baum steht in meiner Heimatstadt
in Ohrdruf / Thüringen.

Ich war beeindruckt und wäre am liebsten gleich nach Ohrdruf gefahren
um ihn in Echt zu sehen.


Da ich das nicht konnte, möchte ich wenigstens ein paar Impressionen von Ohrdruf zeigen,
damit man eine kleine Vorstellung davon bekommt, wo dieser prachtvolle Baum staunt.

______





In Ohrdruf, Kreis Gotha, an der Ohra, wurde ich geboren und verbrachte eine wunderschöne Kindheit dort, wenn man einmal absieht, von den Angst einflößenden Schüssen, die vom Truppenübungsplatz der Sowjetarmee hallten und von der schulischen Nachkriegsaufarbeitung.

Meine Heimatstadt Ohrdruf das Tor zum Thüringer Wald - Von unserem Kinderzimmer aus hatten wir Kinder einen sehr schönen Ausblick zum Goldberg, mit seinem damals noch gut sichtbarem Wasserturm, der für mich immer mein eigentliches Wahrzeichen von Ohrdruf war.




Heute ist das Ohrdrufer Schloss,
der Anziehungspunkt Nummer Eins,
bei meinen leider oft viel zu kurz ausfallenden Besuchen in Ohrdruf.


Die Ohrdrufer Stadtmauer von ca 1576 ist auch heute noch zu großen Teilen erhalten, dass inzwischen Gras auf ihr wächst macht sie nur noch urwüchsiger.



Wie die Schutzmauer überdauerte auch das schöne Renaissanceschloss Ehrenstein die bewegte Geschichte der Stadt Ohrdruf.





Der christliche Missionar Bonifatius hatte im Jahre 725 in der Siedlung Ohradorf o. auch Ordorp links der Ohra die erste Klosterschule Thüringens im Michaeliskloster mit St. Michaeliskirche gegründet.

Im Jahre 777 wurde dann rechts der Ohra die Petrikirche von seinem Schüler Bischof Lull aus Mainz geweiht.
Der Nordflügel des Schlosses wurde auf dem Fundament des Petriklosters erbaut, welches ebenfalls wie die gleichnamige Kirche aus dem Jahre 777 stammt. Der Turm des Schlosses Ehrenstein stammt von der Petrikirche.

DÜSTERE ZEITEN FÜR BAUMGESICHTER

Leider sah Missionsbischof Bonifatius damals in der Verehrung der heiligen Bäume, die im heidnischen Glauben der Gottheit Thor oder Donar geweiht waren, eine Götzenverehrung - ein Sakrileg.

723 auf einer seiner Missionsreisen ließ Bonifatius die Donareiche in Geismar in Hessen fällen, um die Macht des Christentums zu demonstrieren. 
Viele mächtige altehrwürdige Bäume fielen später tragischer Weise der missionarischen Axt zum Opfer.






Das stilreinste thüringer Renessance-Schloss wurde  unter dem Grafen Georg von Gleichen und seiner Gemahlin Walpurgis von Spiegelberg und Pyrmont
nach dem Bauplan von Valentin Kirchhof in den Jahren 1550-1590 erbaut. 
Die heftigen Feuerbrünste, die im Mittelalter tobten, die Bombenangriffe der beiden Weltkriege, die Besatzungszeit und die Abrisspläne hat Schloss Ehrenstein zum Glück überdauert und wie ich im August 2009 sehen konnte, wurde viel für die Erhaltung des geschichtsträchtigen Schlosses getan.


______

EINST IN OHRDRUF

Diese alte Postkarte von Ohrdruf,
fand ich in meiner Bildersammlung. Leider ohne Aufnahmedatum


FACHWERKHÄUSER MIT PUPPENGESICHT
IN OHRDRUF / THÜRINGEN




In einer Zeit in der Mangel vorherrscht, wird der Mensch erfinderisch und nutzt für seine Vorhaben die Materialien, die ihm zugänglich sind. Die alten Gipsformen, die bei der Puppenherstellung von Karl Halbigs Porzellanpuppen in der Puppenfabrik abfielen, dienten als Füllmaterial für die Gefache einiger Fachwerkhäuser in Ohrdruf. Die unverputzen Häuser mit ihren Puppengesichtern machten großen Eindruck auf mich. Heute sieht man so etwas nicht mehr, schade eigentlich. Von Ohrdruf gäbe es noch sehr viel zu berichten, aber mit Puppengesichtern, möchte ich diesen Post erst einmal abschliessen.


 

autorin: © johanna zentgraf  
fotos:    © johanna zentgraf