Freitag, 18. September 2009

BAUMGESICHT - GLUBSCHI

GLUBSCHI
Glubschi steht im Tierpark Berlin und verabschiedet dort alle Besucher, die den ganzen Tag staunend durch den Park spaziert sind.














Sein Baum-Leben lang sah Glubschi immer wieder gern die erstaunten Gesichter der Menschen mit ihren großen Augen. Er freute sich über diesen besonderen Ausdruck in deren Gesichtern, den sie hatten, weil sie so viele exotische Tiere gesehen hatten, die sie sonst meist nur aus dem Fernsehen kannten.

Um zum Abschied fröhlich zu grüßen und sich für das Interesse zu bedanken, macht er ebenfalls große Kulleraugen.



Glubschi jedoch sieht kaum noch einer der zahlreichen Besucher, nach der überwältigenden Flut toller Eindrücke. Deshalb zieht er jetzt immer häufiger eine Schnute. 
Schaut doch einmal, ob ihr Glubschi entdeckt. Er steht hinten vor dem Bison-Gehege, das ihr gleich am Tierpark Ein- und Ausgang, der zur U-Bahn führt, sehen könnt.







autorin: © doreen loehr
fotos:    © doreen & janine loehr


Mittwoch, 16. September 2009

BAUMGESICHT - BELEFANT TROMPO


BELEFANT TROMPO
ELEFANTENBAUM
vom Tierpark Berlin

in Berlin-Friedrichsfelde
Unser Besuch im Tierpark übertraf all unsere Erwartungen. Wir hatten Lust auf  Tiere und Natur. Da fiel die Wahl zwischen Zoo oder Tierpark leicht, da der Tierpark der größte Landschaftstiergarten ist und wir dorthin den Hund mitnehmen durften.
Mit der U-Bahn der Linie 5 konnten wir direkt bis zur Station Tierpark fahren, wie praktisch. Tiere aus 6 Kontinenten der Erde und weitläufige Anlagen, gab es im Tierpark zu sehen und erleben, mehr als man an einem Nachmittag überhaupt erlaufen konnte, aber das wussten wir ja schon, und so machten wir vor Ort gleich vor dem ersten Lageplan halt, um die Route unseres Tierpark- Besuches abzustecken. Das Alfred-Brehm-Haus mit seinen Großkatzen und den Vögeln und Flughunden in der Tropenhalle, die Elefanten, Giraffen, Eisbären, Nashörner, Seekühe, die Flamingos und die wunderschönen Aquarien wollten wir auf alle Fälle besuchen.

HUND FELICKS

Hund Felicks, den wir an kurzer Leine auf das Tierpark-Gelände hatten mitnehmen dürfen, traute seiner Nase nicht. Was waren das bloß für ungewohnte Gerüche hier im Animal-Park...???
Damit Felicks auch sehen konnte, was er da erschnuppert hatte, musste er das ein oder andere Mal hochgehoben werden.

EISBÄREN
Ganz am Anfang unseres Tierpark-Bummels kamen wir zum Eisbärengehege und dort konnten wir einem weißen Schwimmbären, beim planschen zusehen, während sich ein Zweiter auf dem Felsenplateau sonnte.


KÖNIGSGLANZSTAR
Der farbenprächtige Königsglanzstar im Tropenhaus war sehr zutrauig.



TIGER * LÖWIN * LUCHS


Als wir dann zu den Großkatzen kamen, war es Felicks nicht geheuer. Ein brüllender Löwe, den wir leider nicht zu Gesicht bekamen, jagte ihm einen riesen Schreck ein.


Ob Flicks Doreens Worten geglaubt hatte, dass die Raubkatzen bestimmt nicht aus ihren Käfigen und Gehegen kommen können stand in Frage?
Sein wachsamer Blick verriet Skepsis.



Wir beruhigten den verängstigten Hund. Im Gegensatz zu ihm, waren wir überglücklich, diese wundervollen Tiere sehen zu können. Was für ein prächtiger Tiger, was für eine verträumte Löwin  räkelten sich da vor unseren Augen in der warmen Sommersonne.

Wir fragten uns, wer hier wohl wen beobachtete.

Von den großen Katzen kamen wir zu den keineren ihrer Art. Der Luchs schlich durch seinen Zwinger, um dann hinter den Gitterstäben an einem sonnigen Plätzchen dem Treiben davor zu zuschauen.





GEIER

Der Geier, der gerade flirten wollte, war sichtlich genervt von den vielen Zaungästen vor der Voliere und stürzte in steilem Flug Richtung Publikum, was reflexartig zurückwich. Vor Schreck wäre mir beinahe der Fotoapparat aus der Hand gefallen.
Als der Geier dann im Gras saß und seine großen Flügel angelegt hatte, wirkte er längst nicht mehr so bedrohlich.

GIRAFFEN
Zärtlich ging es auch bei den Giraffen zu.
Dieser Kuss muss elektrisierend gewesen sein.



WATUSSRINDER
Die großhörnigen Watussrinder von den Steppen Ostafrikas
kümmerten sich rührend um ihren Nachwuchs.
Da staunte Felicks nicht schlecht.





ARABISCHE ORYX
Gleich im Nachbargehege konnten wir eine ganz andere Sorte gehörnter Vierbeiner bestaunen.
Die weißen, schlanken, hübsch gezeichneten Oryx Antilopen,
grasten und grasten unaufhörlich.
Ganz selten nur blickten sie einmal auf.




PFAU
Der Pfau dagegen,
schritt erhobenen Hauptes durch das saftig grüne Gras.




SCHWARZWEISSER VARI
(varicia variegata) aus Madagaskar

Als wir laute schrille Schreie vernahmen, gingen wir in die Richtung, aus der diese gekommen waren, um zu sehen, welche Tiere solch einen Lärm machten und warum. In einem eingezäunten Gelände, zu dem auch wir Menschen Zugang hatten, waren die Lemuren am Streiten.
Als wir ankamen, hatten sie sich beruhigt. Es war wohl, wie so häufig um Machtkämpfe gegangen.

Diesen drolligen flinken Feuchtnasenaffen, mit ihrer Hundeschnauze und ihrem schönen dichten Fell sahen wir lange vor dem trennenden Zaun zu, denn ihre Schreie hatten uns Respekt eingeflößt und das Schild mit der Aufschrift:
"Betreten auf eigene Gefahr", hatte uns nicht gerade ermutigt, das Gehege zu betreten.
Da die Varis während der ganzen Zeit, die wir dort verbrachten friedlich blieben, trieb uns die Neugierde dann doch dazu, auf Tuchfühlung zu gehen und sie in unmittelbarer Nähe zu beobachten. Das die Varis, auch wenn sie wie Kuscheltiere aussehen, keine sind, vergaßen wir dabei nicht und widerstanden der Verlockung sie zu streicheln, und zu fühlen, wie weich dieses kuschelige Fell ist.
Es war ein besonders Erlebnis, mit ihnen in einem Käfig gewesen zu sein.

PLITSCHE PLATSCHE
PELIKANE * FISCHE * SEEPFERDCHEN










DIE DICKHÄUTER

PANZERNASHORN
Panzernashorn "Jhansi" war nicht so gut drauf. Es schmollte, weil die anderen Nashörner das Fressen schon bekommen hatten und immer noch kein Pfleger in Sicht war. Mit seinem Horn wummerte es an die Stalltür um zu sagen:
"Hallo, habt ihr mich vergessen? Ich habe auch Hunger."



ELEFANTEN

Die Elefanten waren, wie immer sehr verspielt. Besonders der kleinste tollte wild herum.
Sie spiegelten sich im Wasserbecken ihres großflächigen Areals.
Das erinnerte mich daran, dass ich gehört hatte, dass diese, für ihr fürsorgliches soziales Verhalten bekannten Landwirbeltiere, zu den wenigen Tieren gehören sollen, die den wissenschaftlichen Spiegeltest bestanden haben, also über eine Selbstwahrnehmung verfügen. Man sagt ihnen auch ein großes Erinnerungsvermögen nach.


BESSER WEISE, ALS WEISS GEKALKT
Oder gibt es etwa doch echte weiße Elefanten?




ELEFANTEN, 
deren Vorfahren die gewaltigen Mammuts waren,
Elefanten stark, weise, fürsorglich aber auch nachtragend,
in vielen Ländern der Erde
wurden und werden sie verehrt, symbolisiert oder sogar vergöttert
UND NACHGEBILDET




BELEFANT TROMPO

Wer hätte das gedacht?
Tiere in vielen Arten und Formen gibt es
im großen Natur-Tierpark Berlin,
aber so etwas,
einen Elefanten-Riesen, der immer an der selben Stelle steht,
den hatten wir zuvor noch nie gesehen.

Als ich ihm plötzlich verwundert gegenüberstand, hat er freundlich mit der Zucke gewimmpert oder den Wimpern gezuckt ;o)  - und dann hat er auch noch sein zuckersüßes Lächeln aufgesetzt. Vor solch einem Riesen muss man keine Angst haben, dachte ich mir, und näherte mich ihm.

Der Wind in seinen Blättern erzählte mir seine Geschichte.




Vor vielen Jahren an einem  schönen kühlen, aber sonnigen   Frühlingsmorgen, der letzte Schnee war gerade geschmolzen, war eine wagemutige Eichel nach ihrem Sturzflug vom Eichenast direkt auf dem weichen Boden des Tierparks gelandet. Dort war sie aufgesprungen und hatte bald zu keimen begonnen. Sie hatte ihre Wurzel senkrecht und tief in den Erdboden gebohrt, um dort Nährstoffe aufzunehmen. Der Keimling der Eichel, der die gleiche Größe wie die Eichelwurzel hatte, rekelte sich der Frühjahrssonne entgegen.
Nach wenigen Wochen hatte das winzige Eichenpflänzchen seine ersten zarten Blätter gebildet und dank guter klimatischer Bedingungen entwickelte es sich prächtig.

Der kleine Eichensprössling war mit den Tierkindern des Tierparks aufgewachsen. Seine liebsten von all seinen Freunden waren die einfühlsamen Elefantenkälber gewesen. So einen schönen Rüssel wie die Säugetiere haben, möchte ich auch gern, erzählte er oft seinen Baumfreunden.

Wenn die großen Bäume ihn fragten, was er einmal werden wollte, wenn er groß sein würde, dann antwortete er: "Ein Elefant, ein Elefant." "Du bist doch ein Baum, du kannst kein Elefant werden." erwiderten diese. "Dann werde ich eben ein BELEFANT" sagte der kleine Eichenbaum darauf - fest entschlossen. Was ein Belefant sein sollte, das konnten sich die alten Bäume beim besten Willen nicht vorstellen, doch sie gaben dem Eichenkind den Namen

"Belefant Trompo".
Auf diesen Namen war und ist Trompo immer sehr stolz gewesen.





Wenn Trompo schon kein Dickhäuter werden konnte, beschloss er wenigstens zu versuchen, in Wesen, Gestalt und Größe seinen Vorbildern, den Elefanten  ähnlich zu werden. Von seiner Größe und Farbgebung war er bald einem Elefanten zum Verwechseln ähnlich.
Gleich über dem Erdboden hatte er damit begonnen, seinen Stamm nach dem Vorbild der Elefantenfüße zu gestalten. Da die Elefanten Zehenspitzengänger sind, gab Trompo seinen oberirdischen Wurzeln die Form von breiten Füßen mit großen Zehen. Das gelang ihm sehr gut. 

Bis dahin war die Metamorphose für ihn nicht so schwer gewesen. Seine geriffelte Rinde, darüber ist er besonders glücklich, sieht der faltigen Haut eines Elefanten sowieso ganz ähnlich. Da brauchte er nichts zu ändern.


Doch als sich sein erster Ast ausbildete, wurde es kompliziert. Dieser Ast sollte unbedingt die Form eines Rüssels bekommen. In dieser Zeit wagte Trompo kaum seine Astaugen zu schließen. Er hatte jeden Millimeter des Wachstums und der Wachstumsrichtung kontrolliert und korrigiert, wenn das nötig wurde. Zu Anfang war der Baumrüssel ja ein bisschen mickrig ausgefallen, aber später stimmte das Verhältnis. Die Mühe hatte sich gelohnt. Trompos erster Ast war wirklich zu einem prächtiger Rüssel geworden.

Wer jetzt die Stoßzähne vermisst, dem sei gesagt, Trompo wollte nie Stoßzähne haben. Die kleinen Elefanten, hatten ihm schlimme Geschichten erzählt, von üblen Kämpfen und von Elfenbeinjägern und dem Leid, welches diese den Elefanten aus Gier und Habsucht angetan hatten. Das hatte Trompos großes Mitgefühl geweckt. Außerdem, gegen wen hätte er sich mit solchen Imponier-Zähnen bewaffnen sollen? Er hatte keine Feinde.

Und die Ohren???
Ja, Elefantenohren hätte er schon gern gehabt - am liebsten so große, wie die der afrikanischen Elefanten. Na ja, die kleineren asiatischen Elefantenohren wären auch ganz schön gewesen, aber aus seinem Stamm wollten und wollten keine Ohren wachsen.
Aber auch ohne Ohren ist Trompo ein wunderschöner, freundlicher Belefant geworden.


Als das Bäumchen Belefant Trompo mit 50 Jahren zum Baum wurde, wuchsen erstmals auch an seinen Ästen Eicheln. Die Eichhörnchen, die ihm zu seinem 50. Geburtstag gratulierten, freuten sich über die Früchte und feierten ausgelassen mit Trompo.
Vielleicht, das wäre schön, landet ja auch einmal eine seiner Eicheln auf fruchtbarem Boden und vielleicht gibt es dann irgendwann eine junge Belefantin oder einen jungen Belefanten im Tierpark Berlin.

autorin:      © johanna zentgraf
fotos 2009: © johanna zentgraf

Samstag, 12. September 2009

BAUMGESICHT - DER BAUM OH AUS OHRDRUF/THÜR DER ÜBER DEN BLOG BAUM - GESICHTER STAUNT


Der über den Blog BAUM - GESICHTER staunende Baum

foto: kurt zentgraf / Ohrdruf 


Das war eine Freude, als ich gestern per E-Mail das Foto
 

DES BAUMES OH,
DER ÜBER DEN BAUM-GESICHTER-BLOG STAUNTerhielt.



Dieser Baum steht in meiner Heimatstadt
in Ohrdruf / Thüringen.

Ich war beeindruckt und wäre am liebsten gleich nach Ohrdruf gefahren
um ihn in Echt zu sehen.


Da ich das nicht konnte, möchte ich wenigstens ein paar Impressionen von Ohrdruf zeigen,
damit man eine kleine Vorstellung davon bekommt, wo dieser prachtvolle Baum staunt.

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In Ohrdruf, Kreis Gotha, an der Ohra, wurde ich geboren und verbrachte eine wunderschöne Kindheit dort, wenn man einmal absieht, von den Angst einflößenden Schüssen, die vom Truppenübungsplatz der Sowjetarmee hallten und von der schulischen Nachkriegsaufarbeitung.

Meine Heimatstadt Ohrdruf das Tor zum Thüringer Wald - Von unserem Kinderzimmer aus hatten wir Kinder einen sehr schönen Ausblick zum Goldberg, mit seinem damals noch gut sichtbarem Wasserturm, der für mich immer mein eigentliches Wahrzeichen von Ohrdruf war.




Heute ist das Ohrdrufer Schloss,
der Anziehungspunkt Nummer Eins,
bei meinen leider oft viel zu kurz ausfallenden Besuchen in Ohrdruf.


Die Ohrdrufer Stadtmauer von ca 1576 ist auch heute noch zu großen Teilen erhalten, dass inzwischen Gras auf ihr wächst macht sie nur noch urwüchsiger.



Wie die Schutzmauer überdauerte auch das schöne Renaissanceschloss Ehrenstein die bewegte Geschichte der Stadt Ohrdruf.





Der christliche Missionar Bonifatius hatte im Jahre 725 in der Siedlung Ohradorf o. auch Ordorp links der Ohra die erste Klosterschule Thüringens im Michaeliskloster mit St. Michaeliskirche gegründet.

Im Jahre 777 wurde dann rechts der Ohra die Petrikirche von seinem Schüler Bischof Lull aus Mainz geweiht.
Der Nordflügel des Schlosses wurde auf dem Fundament des Petriklosters erbaut, welches ebenfalls wie die gleichnamige Kirche aus dem Jahre 777 stammt. Der Turm des Schlosses Ehrenstein stammt von der Petrikirche.

DÜSTERE ZEITEN FÜR BAUMGESICHTER

Leider sah Missionsbischof Bonifatius damals in der Verehrung der heiligen Bäume, die im heidnischen Glauben der Gottheit Thor oder Donar geweiht waren, eine Götzenverehrung - ein Sakrileg.

723 auf einer seiner Missionsreisen ließ Bonifatius die Donareiche in Geismar in Hessen fällen, um die Macht des Christentums zu demonstrieren. 
Viele mächtige altehrwürdige Bäume fielen später tragischer Weise der missionarischen Axt zum Opfer.






Das stilreinste thüringer Renessance-Schloss wurde  unter dem Grafen Georg von Gleichen und seiner Gemahlin Walpurgis von Spiegelberg und Pyrmont
nach dem Bauplan von Valentin Kirchhof in den Jahren 1550-1590 erbaut. 
Die heftigen Feuerbrünste, die im Mittelalter tobten, die Bombenangriffe der beiden Weltkriege, die Besatzungszeit und die Abrisspläne hat Schloss Ehrenstein zum Glück überdauert und wie ich im August 2009 sehen konnte, wurde viel für die Erhaltung des geschichtsträchtigen Schlosses getan.


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EINST IN OHRDRUF

Diese alte Postkarte von Ohrdruf,
fand ich in meiner Bildersammlung. Leider ohne Aufnahmedatum


FACHWERKHÄUSER MIT PUPPENGESICHT
IN OHRDRUF / THÜRINGEN




In einer Zeit in der Mangel vorherrscht, wird der Mensch erfinderisch und nutzt für seine Vorhaben die Materialien, die ihm zugänglich sind. Die alten Gipsformen, die bei der Puppenherstellung von Karl Halbigs Porzellanpuppen in der Puppenfabrik abfielen, dienten als Füllmaterial für die Gefache einiger Fachwerkhäuser in Ohrdruf. Die unverputzen Häuser mit ihren Puppengesichtern machten großen Eindruck auf mich. Heute sieht man so etwas nicht mehr, schade eigentlich. Von Ohrdruf gäbe es noch sehr viel zu berichten, aber mit Puppengesichtern, möchte ich diesen Post erst einmal abschliessen.


 

autorin: © johanna zentgraf  
fotos:    © johanna zentgraf