Dienstag, 5. Oktober 2010

ZWERG GLÜCKSPILZ


ZWERG GLÜCKSPILZ
BUCHEN-BAUMGESTALT
Im Zwergenreich hat das Handwerk schon seit vielen, vielen Jahren goldenen Boden. Tüchtige, schlaue und begabte Zwerge werden in der Zwergengesellschaft sehr geschätzt. Die meisten Zwerge helfen und unterstützen einander, sind einfühlsam und teilen gern.

Ganz anders als beim Menschenvolk sorgen die Erwachsenen-Zwerge dafür, dass ihre ZwergenKnirpse nach deren ureigensten Begabungen gefördert werden. Ein Kasten- oder Schubladendenken gibt es bei den Zwergen nur in Ausnahmefällen. Kein Zwerg muss werden, was sein Vater oder seine Mutter waren.  Kein Knirps braucht sich zu verbiegen oder unter Zwang das zu pauken, was ihm gar nicht liegt. Jeder Zwerg im Zwergenreich bekommt gute Chancen sich zu entfalten. 

Die Individualität der Einzelnen Zwerge ist dem Zwergenvolk viel wichtiger als Anpassung an Gruppierungen. 
Bis ins hohe Alter neugierig zu bleiben,
ist den Zwergen ein Garant für ihre Weiterentwicklung und für das Überleben der Zwerge. 

Die ZwergenEltern und -Lehrer schauen ganz individuell auf jeden kleinen Zwerg und finden früh heraus, welch ganz besonderen Fähigkeiten jedes der kleinen Lebewesen hat und was ihnen Freude macht. Die Erfahrenen unterstützen ihre Kleinen mit Rat und Tat und loben sie, wenn diese fleißig sind. Ganz gezielt fördern die Erwachsenen:
o Die Denker und Forscher unter den ZwergenKnirpsen - mit Lehrstoff 
o Die handwerklich Begabten - mit spezieller Ausbildung 
o Die Verspielten und Phantasievollen - durch künstlerische Förderung
o Die Behinderten – mit spezialisierten Programmen
So geachtet und gefördert wächst jeder Zwerg mit einem Bewusstsein heran, ganz etwas Besonderes zu sein. Stolz und freudvoll lebt er dann mit und von dem, was er am Besten kann und nützt so sich und allen. 



DER ZWERG "GLÜCKSPILZ" vom Zwergenvolk aus Hessen

In einem alten Baum 
im Park von Bad-Homburg in Hessen 
wuchs ein kleiner grauer ZwergenKnirps heran. Seit vielen Generationen bewohnte und bewohnt seine große Zwergenfamilie die alte Buche schon.
Bereits als ganz winziger KrappelZwerg kroch der Zwerg auf allen Vieren durch den Wald und fand dort die verstecktesten Pilze. Die ZergenEltern und seine Geschwister mussten den Winzling oft suchen und wenn sie ihn dann endlich fanden, saß dieser manchmal neben einem Häuflein Pilzen, die er aufgestapelt hatte, oder er lag unter einem großen Pilzsonnenschirm und träumte. 


Die Schnecken im Wald mochten den kleinen grauen Zwerg, den sie Glückspilz nannten. Manchmal ließen sie ihn auf ihrem Schneckenhäuschen reiten und trugen ihn zu geheimen Plätzen, wo es die schönsten Pilze gab. Wie gern die Schnecken an Pilzen knapperten und wie lecker manche dieser ihnen schmeckten, davon schwärmten sie dem kleinen Zwerg immer wieder vor. Sie priesen die unterschiedlichen Aromen der Pilze und ließen den ZwergenKnirps von den köstlichsten Speisepilzen probieren.

Der kleine Zwerg „Glückspilz“ konnte schon früh mit Hilfe eines gut ausgeprägten Geruchssinnes seiner großen knubbeligen Nase Pilze nach deren Gerüchen unterscheiden. 
Seine Eltern wussten wenig über Pilze, bevor ihr kleiner „Glückspilz“ auf die Welt gekommen war. Als sie aber merkten, dass ihr ZwergenJunges eine so große Vorliebe für Pilze entwickelte, informierten sie sich über die Fungi und teilten bald die Begeisterung ihres Nachkömmlings. Sie schützten und warnten ihren ZwergenKnirps vor den giftigen und ungenießbaren Pilzen und sammelten gemeinsam mit ihm die essbaren Pilze, die sie zu köstlichen Gerichten zubereiteten.


Der kleine Zwerg „Glückspilz“ fand in guten Zeiten, besonders wenn es geregnet hatte, Pilze über Pilze, so dass von seinen gesammelten Pilzen viele kleine Zwergenmäulchen satt werden konnten. Das neue Nahrungsmittel wurde schnell auch von den anderen Zwergenfamilien begeistert verwendet. Die Pilzgerichte brachten eine willkommene Abwechslung und bereicherten den Speiseplan der Zwergenfamilien. Zuvor hatten vorwiegend Gerichte mit Bucheckern, Waldbeeren, Brennnesseln, mancherlei Gräsern, Blättern & Blüten auf dem Speiseplan der Zwerge gestanden.



Vater Zwerg hatte seinem Jungen eine kleine Holzschubkarre für den Pilztransport gebaut. Bevor Zwerg Glückspilz zum Pilze sammeln die Buche verließ, mahnten ihn seine Eltern: 

„Sei achtsam Junge und sammele nur frische und trockene Pilze, und vor allem nimm nur die genießbaren Pilze, die du wirklich kennst!“ 


Der große ZwergenBruder hatte dem Kleinen ein Taschenmesser geschenkt und ihm den sicheren Umgang mit diesem Werkzeug gezeigt und erklärt. Mit dem Messer konnte der Zwerg „Glückspilz“ die gefundenen Pilze kurz über dem Boden abschneiden. Da die Wurzeln und Sporen der Pilze dabei im Boden verblieben, trug der Zwerg so Sorge dafür, dass auch im nächsten Jahr an dieser Stelle wieder Pilze aus dem Boden schießen könnten. 
Mit dem Messer säuberte er die Pilze nun auch schon direkt am Fundort und befreite sie von madigen Stellen. Für seine Schneckenfreunde ließ er immer klein geschnittene Pilzstückchen zurück. 



Die Pilzleidenschaft des Zwerges „Glückspilz“ hielt an, auch im jugendlichen Alter war das Suchen von Pilzen noch immer eine der liebsten Beschäftigungen des Buchen-Zwerges.

Für seine Weiterbildung wurde darum ein alter Zwergen-Pilzberater zu seinem Lehrer erkoren. Dieser lehrte den Zwerg die Theorie der Pilzkunde. Alles, was der Pilzberater über Pilze wusste, über deren Namen, über die Unterteilung in Arten (Klasse, Ordnung, Familie und Gattung), über die Standorte aber auch über die Verwechslungs-Möglichkeiten mancher Pilzsorten, brachte der Lehrer seinem wissbegierigen Schüler bei. Der Pilzberater berichtete über Aussehen, Entstehung, Wachstum und Verwendung von Pilzen und über vieles mehr.

Manches, was  der Lehrer ihm vermittelte, wusste der Zwerg schon, doch vieles war neu und überaus interessant für „Glückspilz“. Gelegentlich aber auch verblüffte der Zwerg „Glückspilz“ seinen Lehrer mit Weisheiten, die er beispielsweise von den Schnecken und anderen Tieren des Waldes erfahren hatte, oder mit Bemerkungen die er den Pilze sammelnden Menschen abgelauscht hatte und nicht selten punktete Glückspilz mit Erkenntnissen, die er aus eigener Erfahrung gewonnen hatte.

Der Zwerg „Glückspilz“ war ein gelehriger und fleißiger Schüler gewesen, der zu einem außerordentlichen Fachmann in Pilzfragen wurde. Er hatte praktisch und wissenschaftlich gearbeitet, um mehr und mehr über die Pilze herauszufinden und zu begreifen. Viele kleine Wichtel-Helfer hatte der Zwerg ausgebildet, die ihm bei seinen Forschungen und dem Pilzesammeln und Pilzebestimmen halfen.


ZWEI PILZWICHTEL
leben in Niedersachsen in Osterholz-Scharmbeck.
Am Stamm eines Wildkirschbaums erschnuppern die Pilzwichte"MOOSBART" & "SPITZHUT" 
mit ihren Knollnasen die Pilze.




ZWERG "GLÜCKSPILZ"
DIE KORYPHÄE IN PILZFRAGEN  
trägt unter seinen Fußsohlen die Sporen von Pilzen und verteilt diese beim Versteckspiel hinter und auf Bäumen, auf dem Waldboden, am Wegesrand, an Bächen und Flüssen und auf den Wiesen. Wo er steht und geht, wachsen später Pilze.
Seine großen MantelBeutelTaschen sind immer gefüllt mit sorgsam abgeschnitten Pilzen. In seine rechte Tasche sammelt er die essbaren Pilze. In seiner linken Tasche trägt er die ausgewählten giftigen Pilze. 

Als Wissenschaftler sammelt der Zwerg die giftigen Pilze zu Lehr- und Anschauungszwecken, damit er den Amateuren unter den Pilzsammlern demonstrieren kann, wie die giftigen oder ungenießbaren Pilze aussehen, die beim Verzehr krank machen oder sogar töten könnten.

Im Labor untersucht er gemeinsam mit seinen Zwerg- und Wichtel-Helfern auch hochgiftige Pilze. Einige dieser Pilze genau dosiert, könnten Schmerzen lindern und vielleicht sogar eine Heilung mancher Krankheiten oder Beschwerden bewirken. Mit seiner Erfahrung, seinem Können und bei seinem Glück kam der Zwerg Glückspilz bei seinen Forschungen zu manchen bemerkenswerten wissenschaftlichen Ergebnissen und Erkenntnissen und konnte vielen Zwergen, Wichteln und Tieren helfen gesund zu werden oder weniger zu leiden.

Denke daran, wenn du einen Pilz findest, vielleicht hat ihn Zwerg „Glückspilz“ an diese Stelle getragen. Vielleicht versteckt er sich hinter dem nächsten Baum und bringt auch dir Glück …

text & fotos 2009/2010: © johanna zentgraf