Montag, 26. April 2010

BAUMGESICHT - INDIANER VON BAD VÖSLAU

DAS INDIANERBAUMGESICHT
von Bad Vöslau /Österreich

Bei "flickr" hatte ich das Foto eines Baumgesichtes gesehen, das mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte.
In diesem Gesicht mit seinen kräftigen Augenbrauen, dem dichten langen Borkenhaar und dem Stirnband aus Sprocketholes
erkannte ich ein würdevolles abstraktes IndianerGesicht.

Dieses ausdrucksstarke Foto 
hatte der Österreicher Roberto Verzo
auf seinem flickr-Account vorgestellt. 


Roberto Verzo lebt in Bad Vöslau am Waldrand der Thermalalpen. Ein Teil dieses Alpengebietes im Wiener Wald besteht aus Kalkstein. In diesem Gebiet wachsen Schwarzföhren (Pinus nigra), auch Schwarzkiefern genannt. Diese Kiefern aus der Familie der "Pinaceae" wurden vor einigen Jahrzehnten noch zur Harzgewinnung "verwundet".

Pecher zapften regelmäßig das Harz (oder auch Pech genannt) ab, ein Stoffwechselprodukt der Schwarzföhren, das sich bildet um die Wunden (die vorgenommenen Einritzungen in den Baumrinden) wieder zu schließen. So entstanden durch die Pecherei (ein ausgestorbenes Handwerk) Muster und eben auch die Gesichter in den Stämmen der Föhren. 

Roberto Verzo hat einige beeindruckende Fotos von solchen Gesichtern gemacht.

Da ich das IndianerGesicht aus dem Wienerwald sehr gern auf meinem BaumGesichter-Blog zeigen wollte, kontaktierte ich den Fotografen Roberto Verzo. Roberto gab mir seine Einwilligung zur Veröffentlichung seiner Fotos von den Schwarzföhren-BaumGesichtern. Das ist mir eine Freude und ich hoffe, das auch meine Leser ihren Gefallen an den Bildern finden werden.




Roberto Verzo 

schickte mir auch eine Geschichte, die zu den Schwarzföhren passt:



BOCKERLFRASS
Der "Rübezahl des Wienerwaldes" 
heißt bei uns Bockerlfraß. 


Das wissen aber heutzutage nur mehr wenige. 
Er tritt immer dann auf, wenn es etwas zu schützen gibt, 
entweder den Wald oder auch ein unschuldiges Mädchen. 

Wenn ein Liebespärchen durch den Wald geht, 
sitzt der Bockerlmann in einer leierförmigen Baumgabel 
und zappelt vor Vergnügen mit den Beinen. 
Blickt sich das Mädchen um, 
so sieht sie ihn als alten Mann 
mit verzerrtem Gesicht in seiner Föhrengabel sitzen, 
und er droht wütend herab.


Gegen arme Holzdiebe hat er nichts. 
Wenn aber jemand aus Übermut eine Baumgabel umhackt, kennt er kein Erbarmen. 
Verhasst sind ihm die Pecher und Kohlenbrenner. 
Den Schwammerl- und Beerensuchern aber tut er nichts.
Lärm und Geschrei kann er nicht leiden. 
Früher flüsterte so manche Mutter ihrem schreienden Kind zu:
"Sei still, sonst kommt der Bockerlfraß!"

fotos: © roberto verzo
texte: © roberto verzo & johanna zentgraf

Sonntag, 25. April 2010

BAUMGESICHT - HUND MAGNUS

DAS MAGNOLIENBAUMGESICHT HUND MAGNUS
aus dem Stadtpark in Lahr / Schwarzwald

Bereits im Dezember 2009 besuchte ich den Stadtpark in Lahr im Schwarzwald, eine Oase direkt neben der Lahrer Stadthalle.
An diesem Wintertag war der Park fast Menschenleer gewesen.
Das Farbenspektrum im Park war eng gesteckt. Die Farben grau, grün, braun waren dominierend gewesen, nur hier und da belebte ein Tupfer gelb und orange das Erscheinungsbild.


Lediglich die Arbeiter in ihrer leuchtend orangen Arbeitskleidung, die mit lautstarkem Gerät die wirklich extrem stinkenden und knackenden Früchte der großen Ginkgo-Bäume von der Wiese entfernten, durchbrachen das Farbmuster und die angenehme Stille.
Die Laubbäume hatten längst ihr Laub abgeworfen und im gepflegten Park war davon auch gar nichts mehr zu sehen gewesen. Die Bäume allein an der Rinde und der Form zu erkennen ist schon etwas schwierig, aber im Lahrer Stadtpark tragen viele der Bäume informative Namenschilder.


Auf meinem Rundgang kam ich zum kleinen abgezäunten Teich wo sich Enten und schwarze Schwäne tummelten. Am Zaun des Teiches stand ein Baum, dessen Äste weit ausladend und mit Moos bedeckt waren. Auf dem Schildchen am Baumstamm war zu lesen:
“Magnolia x loebneri Magnolie”
Als ich diesen Magnolienbaum genauer angesehen hatte, war mir das friedvolle BaumGesicht eines gescheckten Hundes im gestreckten Magnolienast aufgefallen.

DAS IST DOCH MAGNUS
das MagnolienHundeBaumgesicht !!!

Magnus war so entspannt, nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen, kein Schnattern, kein Schwanengesang und nicht einmal das Dröhnen der Laubgebläse, das von den Ginkgos herüberdrang. Magnus genoss den Augenblick. Er atmete die frische Winterluft, die den baldigen Schneefall ahnen ließ und bereitete sich auf seinen Winterschlaf vor. Alles zu seiner Zeit... Der Wechsel der vier Jahreszeiten brachte viele Stimmungswandlungen mit sich, Magnus war das sehr recht. Im Winter kam die Phase der Besinnung. Selbst angesteckt von der friedvollen Gelassenheit verabschiedete ich mich im Dezember von Magnus.
***Voller Erwartung war ich, als ich erfuhr, dass ich im April 2010 wieder einen Abstecher nach Lahr machen würde. Wie wird das Wetter sein, wie farbenfroh muss doch der Stadtpark Lahr im Frühling sein und werde ich einige BaumGesichter vom Dezember 2009 u.a. das MagnolienBaumGesicht Magnus wiedererkennen?

Die Anreise in den Schwarzwald war ohne Stau oder sonstige Verzögerungen kurzweilig und das Wetter ein echter Glückstreffer gewesen. Es war ein warmer, sonniger Frühlingstag an dem ich Lahr besuchte. Meine wenige Freizeit nutzte ich um einen Spaziergang durch den erstrahlten Stadtpark zu machen. Dieses Mal hatten mir das viele Besucher gleich getan. Der Park war gut besucht. Zielstrebig schlug ich den Weg zum Teich zur Magnolie ein.


Da war er
der Magnolienbaum vom Parkteich
ein rechter Blickfang im April.
Weithin sichtbar
machte er seinem Titel
als Ziergehölz große Ehre.
Er stand in voller Blütenpracht.
Große tulpenförmige Blüten mit schraubig angeordneten weißen Blütenblättern, rose bis purpur gesprenkelt zierten seine Äste.
Durch die Frühlingsluft flogen die eiförmigen Blütenblätter landeten auf den Weg und schwammen auf dem Teich.

DIE SPANNUNG STIEG
Würde ich auch Magnus wiedersehen oder war er etwa nur eines der BaumGesichter gewesen,
die ein glücklicher Augenblick gezeigt hatte?

Und da ...
unverkennbar Magnus im April...
welche Freude


DAS MAGNOLIENBAUMGESICHT
HUND MAGNUS
im Frühlingssonnenschein


© text & fotos 2009/10
von johanna Zentgraf


Magnus hatte sich kaum verändert
sein Rindengesicht sah etwas frischer und heller aus.
Seine Wimpern bekamen Blattknospen.
Der gelöste Ausdruck seiner Mimik war der Gleiche wie drei Monate zuvor.
Auch an jenem Frühlingstag genoss das AstGesicht Hund Magnus den Augenblick,
glücklich über den herrlichen Blütenstand der Magnolie.


































Ein Magnolien- Staub- Frucht- und Blüten-Blättriger - der tanzende Mexikaner "Grimmige Magnolie",
dem sein Sombrero während des Tanzes bis über die Augen gerutscht ist,
der aus diesem Grund den Mund verzieht, winkt zum Abschied auch wenn er nichts mehr sieht.



Freitag, 9. April 2010

URWALD - BAUMGESICHT



DAS URWALD-BAUMGESICHT
AUS DEM ANDAMANISCHEN-REGENWALD





Der Outdoor-Hobbyfotograf  Wieland Meier
war auf seinen abenteuerlichen Reisen auf einer Dschungel-Expedition auf der
Insel Havelock (Hindi: हैवलॉक द्वीप) auf dem indischen Andamanen-Archipel gewesen.
Während einer kurzen Rast im unbewohnten südlichen andamanischen Regenwald
hatte er auf einem umgestürzten Baumstamm gesessen und eine Eidechse beobachtet.
Da bemerkte er rechts von sich, dass ihn ein langbärtiges Baumgesicht angrinste.


Wieland fotografierte die Eidechse links vor sich
und dann auch den Beobachter dieser Szene das andamanische Urwald-BaumGesicht auf der rechten Seite.


fotos: © wieland meier


Nun stellte Wieland Meier mir die beiden Fotos aus seinem Foto-Archiv zur Verfügung,
damit ich diese auf meinen BAUM-GESICHTER Plattformen zeigen kann.
Ich hoffe ihr habt ebenso viel Spass wie ich an der Kaulquappe, die am Stock geht...

Großen Dank
Johanna Zentgraf-Dakini der BaumGesichter













Freitag, 2. April 2010

BAUMGESICHT - OSTERHASE LÖSSL

OSTERHASE LÖSSL - Das BuchenBaumGesicht


Ärgerlich ist Osterhase Lössl, das sieht man ihm gleich an. Mürrisch schaut er in sein Osternest.
Eingedrückt und ausgesaugt sind all die frischen unbemalten Ostereier.
"Ach, wie konnte das denn bloß geschehen?
Gestern haben die Eier doch noch so gut ausgesehen."
Wer nur sammelt, anhäuft, stapelt und dann achtlos damit umgeht, wer nicht schätzt kostbares Gut, 
darf sich dann auch gar nicht wundern, wenn die Sammlung Schaden nimmt.
Überheblich, ohne Feingefühl und gierig ist der Lösseler Osterhase. Holter die Polter geht er mit den viel zu vielen rohen Eiern um. Hortet sie und lässt sie unbeaufsichtigt an ungeschützten Orten liegen. Freudlos macht er seinen ungeliebten Job.
Hase Lössl wollte immer etwas Besseres sein, doch was genau das fiel ihm auch nicht ein. So blieb er, was er gar nicht mochte, Osterhase aus Fremdbestimmung und Bequemlichkeit.

Hase Lössl lustlos wie so oft, hatte sich wieder einmal so gedacht:
"Warum soll ich mich denn Heute mühen,
wenn die Arbeit auch auf Morgen noch verschoben werden kann.
Bin zum Osterhasen nicht geboren, mag die Osterbräuche nicht.
Was hab ich mit diesen blöden Eiern denn zu schaffen?
Soll Verstecke finden und so Sachen. 
Ausgerechnet ich soll Pinsel schwingen, Farben klecksen...
Können das die Hühner denn nicht selber machen,
frag' mich wirklich, warum ausgerechnet ich?"

Wer das hört den wunderts nicht,
das der Hase Lössel meistens schlecht gelaunt und finster aus dem Neste schaut.
Auf Oster-Überraschungen von solch mauligen Osterhasen da verzichte ich.


SCHÖNE OSTERN
wünsche ich
und dass euer Osterhase nicht so einer, wie der Lössl ist.

fotos 2010-03-18 & text: © johanna zentgraf

Donnerstag, 1. April 2010

BAUMGESICHT - ÄFFCHEN MIT DER WEISSEN KAPPE

DIE GEWÖHNLICHE ESCHE
(Fraxinus excelsior)

Die gewöhnliche Esche im Botanischen Garten in Köln zeigte am
14. Januar 2010
der Besucherin der "Flora", 
Christine Hohpe, 
ihr außergewöhnliches RindenGesicht.






Das Äffchen mit dem weißen Käppi kniff ein Auge zusammen,
als Mama es knipste. Ich fand dieses beeindruckende BaumGesicht bei 

Herzlichen Dank an
Christine Hohpe - Baum-Fan 
für diesen gelungenen Schnappschuß und die Erlaubnis ihr BaumGesicht hier zeigen zu dürfen.

 foto 2010-01-14: © christine hohpe
bearbeitung 2010-04-01: © johanna zentgraf