Dienstag, 13. Februar 2018

VALENTINSTAG AM 14. FEBRUAR - ZEIT FÜR SINNLICHKEIT & ZÄRTLICHKEIT


DIE BAUMGESICHTER FEIERN VALENTINSTAG 
BUCHENHERZ Bad Homburg 2013-02-03
SEPTEMBERLIEBE (Löffelchenstellung) Amberg 2012-09-25
FLECHTENHERZ Pelzerhaken 2018-01-19
fotos & animation:  johanna zentgraf

 Ich liebe Dich I love you  Je t'aime 
S'ayapo  Ana hebbek Minä rakastan sinua 
Ik hou van je Mai tu mase puar karata hun
Saya cinta padamu Ti amo I liäbä di
Miluji te


Samstag, 27. Januar 2018

ZICKLEIN MINDE - Die TierBaumGestalt aus Borkwalde

TierBaumGestalt
ZICKLEIN MINDE
Borkwalde
fotos: 2017-12-04
johanna zentgraf

UND PLÖTZLICH SPRICHT ES



videoclip: 2018-01-27 yvonne hotz

Sonntag, 31. Dezember 2017

EIN GESUNDES NEUES JAHR 2018 UND VIEL GLÜCK

MIT DEM GLÜCKSSCHEINCHEN SMILEY
der Robinien-BaumGestalt
aus Leoben


fotos 2017-11-10 johanna zentgraf

Samstag, 23. Dezember 2017

FRÖHLICHE WEIHNACHTEN 2017

EIN FRIEDLICHES & BESINNLICHES FEST
BuchenBaumGestalt
Weihnachtsmann
Kusel
foto: 2017-04-26 johanna zentgraf 








Sonntag, 29. November 2015

DIE MARIONETTE EICHENBLATT


MARIONETTE EICHENBLATT

Ein Eichenblatt: kein Er und keine Sie - ein Es 
Es wollte immer nur spielen und nie erwachsen werden. 
Kaum war es frisch aus der Knospe gerollt, hellgrün und ganz zart noch, da zeigte sich schon, dass dieses eine kleine Blatt sich irgendwie zu unterschieden schien von all den anderen Blättern des Eichenbaums. Es plapperte den lieben langen Tag, schnitt Fratzen, zog Grimassen und ahmte Tiere nach.  Nicht einen Moment konnte es ruhig halten, es flatterte und zappelte unentwegt. Bis in den späten Abend hinein hampelte das Blatt und machte seine Witze.
Der Mond sogar hat manche Nacht sich über das lustige Blatt krumm gelacht.

Der Eichenbaum an dem der grüne Zappelphilipp hing 
fürchte, dass der Blattstiel das wilde Blatt bald nicht mehr lange halten können würde. Um den kleinen verrückten Künstler nicht zu verlieren, bildete der Baum lange Fäden, die das Blatt an seinen Spitzen fixierten. So wurde hoch oben am Eichenast das Eichenblatt zur Marionette.
Ab und an, durch all zu übermütiges Gestikulieren, kam es vor, das sich die Fäden des Blattes verwirrten. Wenn die Marionette gelegentlich Kopf stand, verknoteten sich ihre Stricke ab und an schon einmal. Obwohl das MarionettenBlatt wusste, dass die Fäden nötig waren, damit es nicht vom Baume fiele, verwünschte es seine Gebinde oft und träumte davon einmal losgelöst sein zu können.
Es zog am liebsten selbst an seinen Fäden, wünschte sich ein Rückrat und hätte all zu gern Flügel.
Der Wind, der ein guter Freund vieler Blätter ist, hatte von allen Blättern die EichenblattMarionette besonders in sein Herz geschlossen. Wenn sich das Blatt wieder einmal in seinen Fäden verfangen hatte, blies der Wind vorsichtig bis die Verwirrungen sich wieder lösten. Beim Knoten lösen kamen der Marionette die Meisen zu Hilfe. Allein war das unterhaltsame Eichenblatt nie.
Hing es auch manchmal noch so schief in den Seilen, seine Texte trug das MarionettenBlatt, in jeder noch so abenteuerlichen Situation, stets vor mit großer Leidenschaft. Spielen und Geschichten erzählen, das war eben sein Ding, das war sein Lebenselixier.


Im Laufe der Zeit wurde das Spiel des Marionetten-Blattes immer einfallsreicher und farbenfroher.
Im Sommer nahm es manches Mal sogar eine glitzernde Lichtgestalt an.
Im Herbst trug es die kunterbuntesten Kostüme. 

Mit seinen phantasievollen Darbietungen zog die EichenBlattMarionette viele aufmerksame Naturgeschöpfe in ihren Bann. Sie schenkte Abwechslung und Freude und wurde mit Lachen und Beifall belohnt. 
Bewundernswert, so viel Energie, Lebensfreude und Humor von einem kleinen Blatt.

War die Marionette auch ihr ganzes Leben lang kindlich geblieben, so kam doch auch für sie der Moment, sich dem Naturgesetz des Werden und Vergehens zu stellen.
Im späten Herbst, die meisten Blätter waren längst von den Bäumen gefallen, hing die Marionette 
Saft- und Kraftlos nur noch an zwei Fäden hoch oben im Geäst. Zusehends verblasste das MarionettenBlatt. Beinahe durchsichtig-geisterhaft wurde das Blatt als die ersten Schneeflocken fielen. Es war kaum wider zuerkennen. Sanfter wurde es und seine Stimme wurde immer melodiöser. Seine Texte hauchte es nur noch.
Lange hielt das Blatt sich krampfhaft fest an seinen letzten dünn und brüchig gewordenen Fäden. Zu sehr fürchtete es einen schnellen Sturz und eine unsanfte Landung. Der Boden unter ihm war schon eisig kalt und hart gefroren.
Der Herbstwind sprach der Marionette Mut zu und versprach ihr einen wundervollen Segelflug. Nur los lassen müsste das Blatt schon selbst. Er würde seinen Blatt-Freund gewiss nicht im Stich lassen und würde die Marionette begleiten bei deren Übergang in deren neue Existenz.

Als der nächste Herbststurm die Eichenblatt-Marionette streifte, rissen die Seile der Marionette und tapfer ließ das Blatt los. Im Bewusstsein, dass das Ende seines Blatt seins einen neuen Anfang mit sich bringen würde, tanzte das Blatt berauscht auf den Schwingen des Windes aber dieses Mal gänzlich frei und ungebunden.
Das leicht gewordene Blatt wirbelte lang durch die Lüfte und sang leise mit dem Wind bevor es sanft auf dem Boden ankam, wo es in einem Bett aus frischen Schneeflocken versank. 
Die Marionette atmete tief. Sie war bereit zur immerwährenden Verwandlung. Sie küsste den Boden und befruchtete die Erde.


Sonntag, 5. April 2015

OSTERHÄSCHEN BERTILI



OSTERHÄSCHEN BERTILI
TierBaumGestalt aus Wolfenbüttel / Niedersachsen











"April, April" nisten die Märzenbecher und die Osterglocken schüttelten sich. Eben noch hatte die Sonne geschienen, doch jetzt sah es aus, als wolle die Welt gleich untergehen. 
Graue und schwarze Vorhänge zogen übers Land. Die Einen waren voller Schnee, die Anderen brachten Regen mit sich. Ein überaus launischer Wind, trieb sie voran. Ohn' Unterlass blies der Wind, bis sich Gewässer kräuselten und wellten. Er blies, dass Äste brachen und durch die Lüfte flogen. In Böen bald, fegte er mit solch einer Geschwindigkeit, dass die Bäume zu Tanzen begannen im Wirbelwind. Einige von ihnen, die sich zu toll verbogen, verloren ihr Gleichgewicht und konnten sich nicht mehr aufrecht halten. Sie stürzten um fielen laut krachend zu Boden. Doch nicht nur Bäume entwurzelte der zum Sturm gewordene Wind. Gewaltvoll und unaufhaltsam riss er Schneisen der Verwüstung in die eben noch so friedliche Landschaft. Hatte der Wind sich ausgetobt, dann pustete er wieder ganz sanft und hauchte nur leise, doch so unberechenbar, wie das Wetter im April, so unberechenbar war auch der Wind.


"Der Wutausbruch scheint jetzt vorbei zu sein."
sagte Hase Weißbart, der als Erster aus dem Hasenbau lugte und ein Fleckchen blauen Himmel bemerkte.

"Die Sonne blinzelt auch schon wieder durch die Wolken, was für eine schöne Lichtstimmung, das müsst ihr sehen."
wendete er sich an die Hasen im Bau.
"Hab ich vielleicht eine Angst gehabt."
flüsterte das kleine Häschen Bertili. Mit großen Augen schaute Bertili hinauf zu ihrem Großvater, an dessen Hosenbein sie sich während des Sturmes geklammert hatte. Dort hing sie immer noch und der Großvater strich seinem bibbernden Hasen-Enkelchen behutsam über das Köpfchen.
"Nun ist alles wieder gut."
lachte der Großvater, der zur Seite sprang um den Ausgang frei zu machen für die ins Freie hoppelnden Häschen.
"Du kannst jetzt wieder los lassen. Meine Hosenträger sind ja schon aufgesprungen. Du ziehst mir noch die Hose aus. Immer schwerer wirst Du."
sagte Weißbart zu Bertili und schüttelte sein Bein, das sich inzwischen ganz taub anfühlte.
"Entschuldigung"
hauchte Bertili, machte ein Schnütchen und klimperte mit den Wimpern. Sie löste ihre Umklammerung, glitt am Bein des Opas nach unten, rutschte ab und landete statt auf den Pfötchen auf ihrem Bauch.
"Autsch"
Da lag die kleine Bertili, flach wie ein Läppchen am Boden, aber sie hatte sich nichts getan und rappelte sich schnell wieder auf, doch sie schämte sich für ihr Ungeschick.
"Alles gut, Püppchen?" fragte der Großvater

Bertili nickte.

"Ihr könnt jetzt wieder raus. Geh rasch mit deinen Geschwistern spielen, wer weiß, wie lange die Schönwetterphase anhält. Nutzt die Zeit."
lächelte der alte Hase sanft.

"Ach meine Geschwister, die lachen mich nur wieder aus und nennen mich Angsthäschen, mit denen spiele ich nicht." dachte Bertili.

Als die Hasen-Großmutter den Bau verließ, hoppelte Bertili hinter ihr her. Weil die Kleine nicht auf den Weg sah, sondern nur darauf achtete, ihre Großmutter nicht zu verlieren, stolperte sie über einen der vielen Äste, die nach dem heftigen Sturm überall am Boden verstreut lagen.
Bertili rollte sich im Fallen schon zusammen und purzelte einen kleinen Abhang hinunter, vorbei an ihren Brüdern, die sich vor Schadenfreude lachend krümmten.
Die Schwestern sprangen zu Bertili und fragten:
"Hast du dir wehgetan?"
Erst als sie sahen, das Bertili unverletzt wieder auf ihren vier Pfötchen stand, lachten auch sie:
"Ach du tollpatschiges Angsthäschen du..."
Nur die älteste Schwester lachte nicht. Sie ahnte, wie der Spott ihrer Geschwister Bertili verletzen musste.
"Bertili, ist die Jüngste, von uns."
sagte Dora
"Ihr ward doch schließlich auch mal klein. Habt ihr das vergessen."
Dora umarmte ihr kleines Schwesterlein, zog ein farbiges Tuch aus ihrer Tasche, legte es um Bertilis Hals und band es zu einer schönen Schleife.
"So können wir dich besser sehen. Wir achten auf dich kleine Bertili."






Bertili strahlte vor Glück. Sie hoppelte und sprang ausgelassen zum Bach, wo sich viele zerzauste Frühlingsblumen nach dem Sturm langsam wieder aufrichteten und erholten.
Dort bewunderten gerade die Narzissen ihr Antlitz im himmelblauen, klaren Wasser des Baches und sie verliebten sich in ihr eigenes Spiegelbild. Als sie das Spiegelbild der kleinen Bertili entdeckten, die von ihrer Schwester so hübsch zurecht gemacht worden war, erblassten die eitlen Blumen vor Neid.
Die Veilchen in aller Bescheidenheit tuschelten: "Habt ihr gesehen wie hübsch Bertili heute aussieht?" Die Osterglocken läuteten und selbst die Schneeglöckchen, die schon fast verblüht waren, hoben noch einmal ihre Köpfe um ihrer Bewunderung Ausdruck zu verleihen.
Auf der anderen Seite des Baches saß der kleine Junge Tim, auf einem Baumstamm. Er wollte das wundervolle Licht einfangen und hatte Zeichenblock und Farben im Gepäck. Als er zwischen den ganzen bunten Frühlingsblumen das herausgeputzte Häschen entdeckte, staunte Tim nicht schlecht. Er tauchte seine Pinsel in die Farben und begann Bertili zu malen.
"Ich habe den Osterhasen gesehen"
rief Tim stolz aus und zeigte sein Bild vom Häschen mit Schleife dem Vater, der gekommen war seinen Sohn schnell ins Haus zurück zu holen. Tim hatte gar nicht bemerkt, dass schon wieder schwarze Wolken heran gezogen waren. Noch ehe Vater und Sohn das Haus erreichten, riss ein Windhauch dem Jungen das bunte Zeichenblatt aus der Hand. Tim wollte sein Bild fangen, doch sein Vater wusste die Zeit würde nicht reichen um das Bild unversehrt zurückzuholen und  sagte:
"Nein! Komm schnell..."
Der Vater stemmte sich geduckt gegen den Wind und zog seinen Sohn, dessen Hand er fest hielt, damit er ihm nicht davon laufen konnte ins Haus. Gerade noch rechtzeitig erreichten die Beiden die warme Stube, denn kurz nachdem sie ihre Schuhe ausgezogen hatten hagelte es draußen erbsengroße Körner und im Nachbargarten schlug sogar ein Blitz ein.
"Wie schade um dein schönes Bild." sagte der Vater
"Jetzt konnte ich deinen Osterhasen nur so kurz sehen. Kannst du nicht noch ein Bild von ihm malen?" ermutigte der Vater seinen Jungen. Noch war die Erinnerung an das eben Gesehene frisch und Tim packte den Block und die Farben auf seinen Schreibtisch und er malte für seinen Papa in seinem warmen Zimmer ein neues, noch schöneres Bild vom Osterhäschen mit Schleife.






Auch Bertili und ihre Geschwister hatten es geschafft, sich rechtzeitig vor dem Hagel in Sicherheit zu bringen. Dass sie nicht vom plötzlich einsetzenden Hagel überrascht worden waren, hatten die Hasen der Erfahrung ihres Großvaters zu verdanken. Großvater Weißbart, der wusste wie tückisch im April das Wetter sein kann, er kannte die Vorzeichen, mit denen sich Unwetter ankündigen und hatte die Hasenfamilie rechtzeitig in den Bau zurück getrommelt.

"Aprilwetter - Zeit zum Kuscheln" schmunzelte die Hasenmutter als all ihre Kleinen wieder um sie versammelt waren und während es sich die Hasen in ihrem Bau gemütlich machten, tobte draußen ein mächtiger Gewittersturm.


"Ich bin ein Osterhäschen, hat Tim gesagt. Der Junge hat ein Bild von mir gemalt. Das Bild kam durch die Luft geflogen. Ich konnte das schöne Bild sehen aber leider konnte ich es nicht fangen."
kicherte Bertili und schmiegte sich an ihre große Schwester.

"Tim hatte Recht. Du bist ein Osterhäschen. Morgen besuchen wir die Küken und ich zeige dir, wo die Hühner ihre Eier legen, die wir vor den Osterfeiertagen bemalen." sagte Dora

"Malen mit Pinsel und Farben, wie Tim?" jubelte Bertili
“Ja“ lachte Dora „In der Hasen-Malerwerkstatt stehen viele Eimerchen mit bunten Ostereierfarben. Ich habe schon einen schönen Pinsel für Dich gebunden. Bald malen wir. Das wird dir gefallen."

Der Wind inzwischen hatte Tims Blatt mit der Zeichnung von Bertili weit fort getragen. An einem wulstigen Baumstamm in Wolfenbüttel blieb das Papier hängen. Dem Baum gefiel das Bild vom OsterHasenKind so sehr, das die Rinde des Baumes das Bild in sich aufnahm und  mit viel Liebe ein dreidimensionales RindenHasenKind nachbildete, das Bertili zum Verwechseln ähnlich sah.


Nun mussten selbst die Bäume eingestehen:

"Den Osterhasen gibt es wohl. Wir haben ihn gesehen..."



fotos 2015-03-18 © johanna zentgraf
text  © johanna zentgraf