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Samstag, 4. April 2026

FRÖHLICHE OSTERFEIERTAGE 2026



OSTERHASE
TierBaumGestalt
einer Kastanie
Sögel
2022-01-28 fotos: johanna zentgraf



 

Dienstag, 11. Februar 2025

DER RATTENFÄNGER VON HAMELN

 

DER RATTENFÄNGER

Zu Hameln fechten Mäus und Ratzen
Am hellen Tage mit den Katzen;
Der Hungertod ist vor der Tür:
Was tut der weise Rat dafür?
Im ganzen Land

Macht er`s bekannt:
Wer von den Räubern
Die Stadt kann säubern,
Des Bürgermeisters Töchterlein,
Die soll zum Lohn sein eigen sein.

Am dritten Tage hört man`s klingen
Wie wenn im Lenz die Schwalben singen;
Der Rattenfänger zieht heran -

O seht den bunten Jägersmann!

Er blickt so wild

Und singt so mild,

Die Ratten laufen

Ihm zu in Haufen;

Er lockt sie nach mit Wunderschall,

Ertränkt sie in der Weser all.

Die Bürger nach den Kirchen wallen,

Zum Dankgebet die Glocken schallen:

Des Bürgermeisters Töchterlein

Muss nun des Rattenfängers sein.

Der Vater spricht:

“Ich duld es nicht!

So hoher Ehren

Mag ich entbehren.

Mit Sang und Flötenspiel gewinnt

Man keines Bürgermeisters Kind.“

In seinem bunten Jägerstaate

Erscheint der Spielmann vor dem Rate.

Sie sprechen all aus einem Ton

Und weigern den bedungnen Lohn:

“Das Mägdelein?

Es kann nicht sein;

Herr Rattenfänger,

Müht Euch nicht länger!

Eur Flötenspiel ist eitel Dunst

Und kam wohl von des Satans Kunst.“

Am andern Morgen hört man`s klingen,

Wie wenn die Nachtigallen singen.

Ein Flöten- und ein Liedersang,

So süß vertraut, so liebebang!

Da zieht heran

Der Jägersmann,

Der Rattenfänger,

Der Wundersänger,

Und Kinder, Knaben, Mägdelein

In hellen Scharen hinterdrein.

Und hold und holder hört man`s klingen,

Wie wenn die lieben Englein singen,

Und vor des Bürgermeisters Tür,

Da tritt sein einzig Kind herfür.

Das Mägdelein

Muss in den Reihn;

Die Mäuschen laufen

Ihm zu in Haufen.

Er lockt sie nach mit Wunderschall,

Und nach der Weser zogen all.

Die Eltern liefen nach den Toren,

Doch jede Spur war schon verloren.

Kein Eckart hatte sie gewarnt,

Des Jägers Netz hält sie umgarnt.

Zwei kehren um,

Eins blind, eins stumm.

Aus ihrem Munde

Kommt keine Kunde.

Da hob der Mütter Jammer an.

So rächte sich der Wundermann.


Gedicht von Karl Joseph Simrock

 

RATTENFÄNGER mit KATZE 
BaumGestalt einer Kastanie in Hameln
fotos und animation 2025-02-02: johanna zentgraf




Montag, 18. März 2013

VÄTERCHEN FROST - DER RIESE DRUMB


VÄTERCHEN FROST
Das BaumGesicht vom Bad Nenndorfer Kastanienbaum

Der Riese Drumb, der alte Vater Frost, knirscht laut mit seinen großen weißen Zähnen. Es ist schon wieder März, das passt ihm nicht. 

„Der Winter ist noch nicht vorbei! 
Ich bleibe noch!" 
brummt er und meint das bitterernst.

Er beißt sich fest, 
lässt einfach nicht mehr los und eisig kneift die Kälte.


In diesem Jahr halfen kein Lärm und keine Fastnachts-Maskeraden den Winter zu vertreiben. Der alte Drumb hat laut gegrollt, die Guggenmusik lautstark übertönt. Das Blechblas-Vertreibungs-Ritual blieb ohne Erfolg. Väterchen Frost, der kennt das ja. Es wiederholt sich Jahr um Jahr. Er weiß von vielen alten Bräuchen, den Winter auszutreiben und wie er sich davor schützt. Seit Langem schon lässt Väterchen Frost sich keine Angst mehr einjagen. Er fürchtet sich nicht vor den grausigsten Perchten-, Teufels-, und  Hexenmasken, noch ängstigen brennende Strohpuppen und Holzscheiben ihn. Vor Hutzel- und Funkenfeuern nimmt er sich in Acht. 


Der Drumb, alt wie er ist, der kennt der Menschen Hinterlist und denkt:

 „Maskiert euch ruhig, rollt rasselnd durch die Straßen auf euren bunten Wagen, peitscht und knallt, dass laut es schallt, ich lass mich nicht vertreiben. Zündet ihr auch noch so viele Feuer an - erschreckt, wen ihr wollt - mich jedenfalls nicht. So schnell gebe ich nicht auf, bin ich auch alt.“

Aus frostigem Herzen hasst Drumb den ganzen Mummenschanz. 


So manches Winteraustreibungs-Schauspiel blieb wirkungslos bei Vater Frost. So hielt er auch in diesem Jahr sich einfach seine Ohren zu und schloss die frühjahrsmüden Augen. Mit zugekniffenen Augen und offen stehendem Mund schnarchte der Riese Drumb und wenn er schnaufte, bebte in seinem langgezogen Gesicht die gewaltige Nase, sein großer, grauer Zinken.


Als sie den WinterRiesen schlafen sahen, glaubten die Frühlingsboten Väterchen Frost schliefe endlich tief und fest. Die Krokusse, Schnee- und Osterglöckchen und viele andere Frühlingsblumen reckten erwartungsvoll ihre Köpfchen den Sonnenstrahlen entgegen und erste Knospen zeigten sich. 



Doch unerwartet erwachte der verbissene Alte nach kurzem Schlaf. Als er erwachte, atmete er schwer. Der Riese Drumb war widerwillig eingeschlafen und hatte auch noch schlecht geträumt. Die rauen Nordwinde tobten in seiner Brust. Er blies die Wangen auf und ohne Rücksicht auf die frischen Triebe atmete der Riese die eisigen Winde durch seine Zähne pfeifend aus.


Hauch um Hauch bedeckte sich das kaum enteiste Land erneut frostig mit Reif und Eis.  


Väterchen Frost riss die Augen auf, entschlossen, sich noch lange nicht in den jahreszeitlich verordneten Ruhezustand verbannen zu lassen. Da zogen am Horizont mit jedem seines Augenaufschlags prall gefüllte Schneewolken auf. Es schneite, und über Nacht war alles wieder weiß. Das Winterwetter, das im Frühjahr unerwünscht ist, es war zurück. 
Der Riese triumphierte. Er hatte furchtlos seinen Starrsinn durchgesetzt, womit er demostrierte, wie stark er ist.
Beim Anblick der erfrorenen Knospen und Frühblüher aber reute es ihn. Aus freiem Willen ist er nun bereit zu gehen.

Er atmet ein den kalten Wind und endlich wird er müde von seinem Machtgehabe. Väterchen Frost packt sein Bündel und füllt es mit glitzernden Eis-Kristallen. 

Langsam löst er sich aus der Verbissenheit und macht dem Frühling endlich Platz. 

Gebettet in weißen Flockenpflaum verschläft der Riese Drumb den Frühling und den Sommer meist. Erst am Jahresende wacht Vater Frost wieder auf, dann wenn der Herbst ihn nicht mehr schlafen lässt.

Schlaf wohl Väterchen Frost, schlaf endlich tief und fest und wache bitte nicht mehr auf vor deiner Zeit.


fotos 2011-03-01 & 2013: © johanna zentgraf
text 2013: © johanna zentgraf



Dienstag, 6. Dezember 2011

BAUMGESTALT - NIKOLAUSI KASTANIEN-KLAUSI

NIKOLAUSI


Stellt Eure Stiefel vor das Haus, 
am 6. Dezember kommt der Nikolaus, es heißt er füllt geputzte Schuhe mit Süßigkeiten aus.

Mit weißem Bart, in rotem Gewand und einer Rute in der Hand 
so kennt ihn jedes Kind. 

Die Braven beschenkt der Nikolaus. Doch gleich mit Prügel droht der strenge Mann, wenn er erkennt, dass Kinder bockig oder ungezogen sind. So manches nicht ganz brave Kind ist froh, muss es ihm nicht begegnen. Das ist jedoch gar nicht so leicht, fast überall stößt man im Dezember auf irgend einen Nikolaus. Verkleidet, aufgeblasen, geschnitzt, gebastelt oder sogar in Schokolade gegossen zeigt sich der Nikolaus auf Schritt und Tritt. Der Nikolaus vom Weihnachtsmarkt und der im Kaufhaus oder ein Virtueller aus dem Internet, versprechen Wünsche zu erfüllen. 
Sie locken mit: 
"Komm wünsch Dir was, such Dir was aus von all den vielen Dingen."
Während der Raum weihnachtlich beschallt und Glöckchen aus den Lautsprechern klingen, hört man und traut doch seinen Ohren kaum:  
"Wünsch Dir was. Wir wissen, was Du brauchst."  
Erst wenn die maskierten Blender hören: 
"Das will ich auch, das muss ich unbedingt haben" 
und wenn das Geld in ihren Kassen klingt, ziehen sie nach Feierabend ihre Verkleidung aus.

Im letzten Monat des Jahres dann verteilten Wünsche-Erfüller all die Gaben, die sich die Kleinen und die Großen bei irgend einem Pseudo-Nikolaus bestellt haben. Meist ist die Freude kurz, weil wer was hat, der möchte nicht selten kurz darauf schon wieder etwas Neueres.

Ich ziehe lieber meine Stiefel an 
und stapfe durch den Wald, 
damit ich mir was ganz Besonderes wünschen kann 
beim kleinen bärtigen KastanienMann. 


NIKOLAUSI KASTANIEN-KLAUSI


Ganz anders ist der kleine Nikolausi Kastanien-Klausi. 
Er ist ein alter, weiser RindenMann und lebt im Wald mit seinem Schaf.
Manches Mal wenn Nikolausi so in Gedanken ist, stolpert er über seinen mächtig langen weißen Bart, der lockig bis zum Boden reicht. Die Rute braucht der Alte nur, um sicherer zu Gehen und sich darauf zu stützen. 
Sein roter Kapuzenmantel wärmt den Nikolausi und breitet er ihn ganz weit aus, dann schützt er andere Lebewesen auch. 
Sein Gaben-Sack ist voll mit guten Wünschen. Der ist ganz leicht. 

Wenn Nikolausi Kastanien-Klausi auf Menschen trifft, dann mahnt er sie zur Ruh. Er sitzt mit ihnen auf einer Bank und hört ihnen wirklich zu. 

Nikolausi nimmt Wünsche gern entgegen. 
Weil er aus langjähriger Erfahrung weiß, wie Wünsche sich erfüllen, rät er als echter Wohltäter dem Wünschenden: 

"Bedenke, bevor Du leichtfertig einen Wunsch aussprichst, er könnte sich erfüllen. Erst wer sein Herz befragt hat, was wirklich für ihn wichtig ist, der sollte sich was wünschen. Manchmal und öfter als man glaubt gehen Wünsche in Erfüllung." 

fotos Cloppenburg 2011-04-25: © johanna zentgraf
text 2011-12-06: © johanna zentgraf




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im Januar 2011

beteiligten sich 2.840 Besucher.


Für den Blog

BAUMGESICHTER I TREEFACES

gaben insgesamt 544 Teilnehmer

ihre Stimme ab.

Ich hoffe,

dass nun niemand sprachlos ist

und möchte allen danken,

die so fleißig mitgestimmt haben.


Dakini der BaumWesen

Johanna Zentgraf