Freitag, 28. Mai 2021

BAUMGESICHTER ORIGINALE: NEANDER STEHT BEDRÖPPELT DA

BAUMGESICHTER ORIGINALE: NEANDER STEHT BEDRÖPPELT DA: Am 11. März 2020 im Neanderland in Erkrath,     wir waren gerade auf Tournee mit dem Theaterstück "4000 Tage",   als plötzlich, da...

BAUMGESICHTER ORIGINALE: MEISTER PETZ

BAUMGESICHTER ORIGINALE: MEISTER PETZ: DAS LEBEN IST KEIN HONIGSCHLECKEN DER JUNGE BÄR UND DIE BIENEN (aus Leggende, Ira. H. 6 r.) Ein junger Bär streifte neugierig durch den Wald...

MEISTER PETZ

DAS LEBEN IST KEIN HONIGSCHLECKEN




DER JUNGE BÄR UND DIE BIENEN
(aus Leggende, Ira. H. 6 r.)

Ein junger Bär streifte neugierig durch den Wald, als er ein Loch in einem Baum bemerkte. 
Bei näherem Zusehen stellte sich heraus, das in diesem Loch ein ständiges Kommen und Gehen von Bienen war: 
Einige schwebten über dem Eingang, als müßten sie Wachposten spielen; andere, die von weither gerade ankamen, 
begaben sich hinein; andere kamen heraus und flogen in den Wald. 
Der Bär, immer neugieriger, reckte sich auf und steckte die Nase ins Loch, schnüffelte 
und langte mit seiner Tatze hinein. Als er sie zurückzog, troff sie von Honig. 
Aber er hatte kaum angefangen, sich abzulecken, als aus dem Loch eine Wolke von erzürnten Bienen ausschwärmte, 
die sich auf ihn stürzten, ihm die Nase zerstachen, sich auf Ohren, Mund, überallhin setzten. 
Der junge Bär versuchte sich zu verteidigen, aber wenn er die Bienen von der einen Stelle verjagte, 
kamen sie zum Angriff von der anderen Seite wieder. 
Wütend versuchte er sich zu rächen, jetzt dieser, dann jener nachjagend; aber weil er sich mit allen anlegen wollte, 
gelang ihm an keiner die Rache. Zum Schluß wälzte er sich am Boden, um sich fuchtelnd, 
bis er schließlich vom Schrecken und vom Brennen der Stiche bezwungen, heulend zu seiner Mutter floh. 

Leonardo da Vinci

 

BRAUNBÄR
BaumStumpf aus Heddesheim
fotos 2011-02-14 johanna zentgraf




Montag, 5. April 2021

OSTERHASE SCHNUPPERNASE

OSTERHASE SCHNUPPERNASE


 

In einer alten Linde, 
hinter knorriger Rinde
versteckt sich Schnuppernase
der arbeitslose Osterhase, 
das niemand ihn schnell finde.


Jahre lang, in der Vergangenheit 
zu jeder Osterzeit
versteckte der fleißige Pinsel-Schwinger 
seine fantasievoll bunt bemalten Eier 
in Wiesen und Wäldern, an den Feldrändern 
und war es zu kalt auch in den Häusern und Schuppen.
Er fühlte sich geliebt 
und seine Arbeit wurde wertgeschätzt.  
 
Seit letztem Jahr jedoch
sitzt Schnuppernase ohne Aufträge zu haus. 
Er denkt sich schöne Muster und 
malt sich eine bessere Zukunft aus.
Die Farben aber kann er sich nicht leisten
auch Eier hat er keine mehr.
Was wird aus seinem schönen Handwerk, aus der Kunst?
Es ist so still geworden.

Das fröhliche Lachen der Kinder
beim Suchen und Finden
vermisst der traurige Hase so sehr. 
Nur die Hühner sie lachen. 
Lachen die ihn aus? 




















 



Die Osterkörbchen bleiben in diesem Jahr leer. 
Hoffentlich wird sich der Osterhase Schnuppernase 
nicht mehr selbst verstecken müssen und 
braucht bald nicht mehr unter Einsamkeit zu leiden. 
Er möchte gern wieder im Freien hoppeln und Freude verbreiten.



Donnerstag, 11. März 2021

NEANDER STEHT BEDRÖPPELT DA


Am 11. März 2020 im Neanderland in Erkrath,  
wir waren gerade auf Tournee mit dem Theaterstück "4000 Tage", 
als plötzlich, das Bühnenbild war fertig aufgebaut, die Nachricht kam:

DIE VORSTELLUNG IST ABGESAGT! 
Pandemie - Hohe Ansteckungsgefahr

Das erlebte ich zum allerersten Mal in über 20 Jahren meines Tourneelebens. 
Mit sehr gemischten Gefühlen, lief ich in den nahe gelegenen Morper Park.
Ich nutzte die unverhofft gewonnene freie Zeit für eine Wanderung in der Natur an frischer Luft.

Dort im Park traf ich auf Neander, die Kieferrinden - BaumGestalt. Neanders Mimik rührte mich.
Bedröppelt stand er da, wie ich. Bedröppelt stand er da, 
als wüsste er bereits, das bald nichts mehr so sein würde, wie es war.

Das war auf den heutigen Tag genau vor einem Jahr. 
Seit diesem Tag wurden die "AUSVERKAUFT" - Aufkleber auf den Plakaten von Kulturveranstaltungen 
durch "ABGESAGT" - Aufkleber ausgetauscht. 

Seither stehen die meisten Kunstschaffenden und viele andere Menschen bedröppelt da. 
Es ist still geworden. Kunst und Kultur fehlen so sehr. Wie traurig.

Die Hoffnung gebe ich nicht auf, dass bald ein neuer Anfang möglich wird. 

Gesundheit und Glück
wünsche ich uns allen
Johanna






 


Donnerstag, 31. Dezember 2020

FLOCKE & SCHNEEBALL

 

DAS KLEINE RENTIER FLOCKE & DAS HÜNDCHEN SCHNEEBALL
TierBaumGestalten einer Birke im Tempelwald in Borkwalde
 
Flocke, das kleine Rentier wollte so gern den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen,
aber davon konnte er nur träumen.
Für solch eine schwere Arbeit war Flocke noch viel zu klein. 
Er musste erst noch tüchtig wachsen und viel lernen. 
Dann, aber auch nur dann, wenn er alles Nötige dazu tun würde, 
könnte vielleicht sein größter Wunsch einmal in Erfüllung gehen.
Das jedenfalls hatten ihm die erwachsenen Rentiere gesagt. 
Was ich dafür tun kann, werde ich tun - dachte sich der Kleine.
 

Als es Winter wurde und Mutter Renkuh sich einige Tage vor Weihnachten auf ihre alljährliche Schlittenfahrt vorbereitete, 
bat ihr Söhnchen Flocke sie so ausdauernd und inständig: 
"Lass mich bitte nicht allein. 
Nimm mich mit. 
Bitte, bitte...
Flocke wiederholte das Zauberwort so oft, bis er mit seinem Bitten das Herz seiner Mami erweicht hatte.
 
"Gut" sagte sie, aber du versprichst, das du die ganze Zeit brav sein wirst. 
Sie öffnete ihr Säckchen mit dem Sternenstaub, blies etwas Staub auf ihre Nasenspitzen 
und flugs im nächsten Augenblick auch schon wirbelten Rentier-Mama und ihr Söhnchen durch die Lüfte. 
Der Zauber des Sternenstaub-Antriebes ermöglichte es den Rentieren, das sie fliegen konnten. 
Doch nur ganz wenige besondere Rentiere waren im Besitz von Sternenstaub.
Für Flocke war es sein erster Flug. 
"Hui" jauchzte er und "Ui Ui Ui, Hu hu hui, Ohhh, Hoppla, Oh, Oh Weh
Weil Flöckchen so ein Leichtgewicht war, überschlug er sich zu Anfang seiner Flugversuche einige Male. 
Die Mutter erschrak sehr und griff nach Flockes kurzem Geweih und rief ihm zu: "Bleib in meinem Windschatten, sonst gehst du mir noch verloren.
Als Flocke sein Gleichgewicht wieder hatte, ließ die Mutter ihn los und Flocke flog in geringem Abstand immer fein hinter ihr her.
Ihm war ein bisschen schwindelig geworden von der ungewohnten Fortbewegung. 
Erst als das Schwindelgefühl nachgelassen hatte und er den Schrecken überwunden hatte, konnte er seinen Flug und die herrliche Aussicht angstfrei genießen. 
Nun machte es ihm aber richtig großen Spaß. So sehr, das sein Näschen vor Glück rot zu glühen begann. 
Ungestüm plapperte Flocke jetzt ständig los und kommentierte alles was er sah. 
"Sieh nur, schau doch, hast du das gesehen..." rief er der Mutter zu. 
Die Rentierkuh aber trieb zur Eile. Der Weihnachtsmann wartete schon auf sein 12. Rentier. Sie wollte unter keinen Umständen zu spät kommen. 
"Das Nächste Mal fliegen wir früher los, aber jetzt komm, wir haben keine Zeit an den schönen Stellen zu halten. 
Vielleicht stoppen wir auf unserem Rückflug, nach getaner Arbeit an einem Sehnsuchtsort." versprach sie und drängte ihn.
Als die beiden beim Weihnachtsmann ankamen,  waren die 11 anderen Rentiere schon vor den Schlitten gespannt und scharrten bereits ungeduldig mit den Hufen.
"Höchste Zeit" brummte der Weihnachtsmann "Jetzt aber hurtig."
Flocke durfte auf dem hinteren Sitz des Weihnachtsschlittens sitzen. 
Als das Rentier-Gespann mit dem Schlitten des Weihnachtsmannes über die Dächer schwebte, brach auch schon die Nacht herein. 
Flöckchen konnte seine Augen nicht mehr offen halten, so sehr er das auch wollte. 
Der Weihnachtsmann reichte ihm eine flauschige Decke. 
Eingemummelt schlief Flocke bald tief und fest. Er verpasste die vielen Stopps bei den Kindern. 
Als Flocke erwachte, waren alle Geschenke ausgeliefert und ein neuer Tag war angebrochen. Alle, auch der Weihnachtsmann waren weg.
 
Flocke war wieder mit seiner etwas erschöpften Mutter allein. 
Er war sehr traurig, dass er nicht hatte wach bleiben können.  
Mutter Rentier musste sich vor ihrer Heimreise unbedingt noch etwas ausruhen. 
Doch bevor sie sich schlafen legen wollte, hatte sie noch eine Überraschung für ihr kleines trauriges Rentier Flocke. 
Zu diesem Anlass flog sie mit Flocke zu einem Ort im Kiefernwald, der auf ihrem Heimweg lag. 
Die Zwei landeten am Rande des Tempel-Waldes. Flocke war schon sehr gespannt, womit die Mutter ihn im Borkenwald überrasche wollte.



Die Beiden wanderten den verschneiten Waldweg entlang. 
Die Mutter zeigte ihrem Sohn, was für herrliche Kristall-Formen die Schneeflocken hatten, die gerade vom Himmel fielen. 
"Wunderschön" staunte Flocke und dankte seiner Mutter für die Überraschung.
 
Die Mutter aber lachte und freute sich sehr über ihren leicht zu beglückenden Sprössling.
 
"Ich habe noch eine Überraschung für dich." 
sagte die Mutter und zeigte auf eine Birke, die am Wegesrand stand. 
Flocke lief schnell um seine Überraschung zu entdecken.  






Am Fuße der Birke lag ein kleiner Schneeball. 
Als Flocke ihn berührte bellte das winzige weiße Wollbündel und es wedelte mit dem Schwänzchen. 
Es hob sein Köpfchen und zwei Äuglein blinzelten Flocke an. 
"Ein Hündchen, weiß wie Schnee, so süß."
Flocke konnte seine übergroße Freude kaum fassen. 
Wie sehr hatte er sich doch einen Hund als Begleiter gewünscht. 
Er umarmte erst das kleine Hündchen, das er Schneeball nannte und dann liebkoste er seine Mami. 
Bis Sylvester verweilten die Drei im Wald bei der Borkwalder Birke 
und gemeinsam vertrieben sie mit ihrem fröhlichen Gemüt die bösen Geister des vergangenen Jahres.

 

Der Birke im Tempelwald blieb die Begegnung mit Flocke und Schneeball vom 02.01.2020 unvergessen. 

fotos, animationen und text: johanna zentgraf



















 

 

 







 


Freitag, 25. Dezember 2020

BEELITZER WEIHNACHTSWICHTEL

 

DER BEELITZER WEIHNACHTSWICHTEL 
lädt ein in sein Naturtheater
und wünscht allen
Lebewesen eine friedliche und besinnliche Weihnachtszeit
Gesundheit und Hoffnung für eine bessere Zukunft






fotos und animationen:
johanna zentgraf