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Montag, 7. Dezember 2020

DER VOGELBAUM UND DIE WINTERVÖGEL

 


DER VOGELBAUM

Im Spätherbst, zu Beginn der Winterzeit, wenn der Wind die letzten Blätter von den Bäumen gefegt hat, wird es trist in den Wäldern und Parks.

Kein saftiges Grün, kein goldenes Strahlen, kein glühendes Rot, selbst der letzte Kupferschein wird matt und Braun...

Die Sonne macht sich rar in dieser Jahreszeit. Schon früh kommt die Nacht und zunehmende Dunkelheit taucht die grauen kahlen Stämme und dunkelgrünen Tannen in tiefes Schwarz.

Eben noch war alles so farbenfroh und voller Vogelgesang, jetzt wird es still. Die Natur tritt ein in eine Ruhephase. Wer auf die kalte Jahreszeit nicht vorbereitet ist, der war nicht gut beraten oder ist gänzlich unerfahren.

In der mystischen BaumWelt gibt es einen Baum, der sich nur in der kalten Jahreszeit zu erkennen gibt.
Es ist der VogelBaum.
Ein morscher Baumstamm ist es, der in Gestalt eines riesigen Spitzschnabelvogels seine kahlen Äste schützend ausbreitet.
Schaut man genauer hin, erkennt man, dass beinahe wie geschnitzt auf seinen Ästen ein paar kleine Vögel sitzen.


Die BaumGestalt des Spitzschnabel-Vogels ist alt sehr alt.

Der VogelBaum kennt Vogelarten in großer Vielzahl. Im Herbst, wenn die Zugvögel in wärmere Gefilde ziehen, winkt er ihnen wehmütig nach. Seine Gedanken und Wünsche gehen mit ihnen auf große Reise. So sehr der Baum die Zugvögel auch vermisst, ist er doch unbeschreiblich stolz auf deren Instinkte, ihren Zusammenhalt und ihre imponierenden Flugleistungen.

Seine Sorge um die Überlebenschancen der Vogelarten, die immer weniger werden, wächst Jahr um Jahr. Besonders um die zurückgebliebenen Wintervögel sorgt sich der VogelBaum. In den letzten viel zu trockenen Sommern war die Nahrung für die Piepmätze schon nicht überall ausreichend gewesen.

Wie wird das Nahrungsangebot erst im Winter werden?

Hoffentlich lassen die Menschen, die so massiv in natürliche Abläufe eingegriffen und Veränderungen vorgenommen haben, die Vögel nicht verhungern, das wünscht der Vogelbaum so sehr.


 

WINTERVÖGEL

Eine kleine Auswahl von Vögeln,
die im Winter bei uns bleiben.
Vögel, die ich im nächsten Jahr gern wieder singen hören möchte.



Danke
Amsel, Blaumeise, Buchfink, Buntspecht, Dohle, Eichelhäher, Elster, Gimpel, Goldammer, Grünfink, Hausrotschwanz, Kernbeißer, Kleiber, Kohlmeise, Mönchsgrasmücke, Krähe, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Sperling, Star, Taube, Zaunkönig u.v.m.

text, fotos und animationen:
johanna zentgraf








Sonntag, 29. November 2015

DIE MARIONETTE EICHENBLATT


MARIONETTE EICHENBLATT

Ein Eichenblatt: kein Er und keine Sie - ein Es 
Es wollte immer nur spielen und nie erwachsen werden. 
Kaum war es frisch aus der Knospe gerollt, hellgrün und ganz zart noch, da zeigte sich schon, dass dieses eine kleine Blatt sich irgendwie zu unterschieden schien von all den anderen Blättern des Eichenbaums. Es plapperte den lieben langen Tag, schnitt Fratzen, zog Grimassen und ahmte Tiere nach.  Nicht einen Moment konnte es ruhig halten, es flatterte und zappelte unentwegt. Bis in den späten Abend hinein hampelte das Blatt und machte seine Witze.
Der Mond sogar hat manche Nacht sich über das lustige Blatt krumm gelacht.

Der Eichenbaum an dem der grüne Zappelphilipp hing 
fürchte, dass der Blattstiel das wilde Blatt bald nicht mehr lange halten können würde. Um den kleinen verrückten Künstler nicht zu verlieren, bildete der Baum lange Fäden, die das Blatt an seinen Spitzen fixierten. So wurde hoch oben am Eichenast das Eichenblatt zur Marionette.
Ab und an, durch all zu übermütiges Gestikulieren, kam es vor, das sich die Fäden des Blattes verwirrten. Wenn die Marionette gelegentlich Kopf stand, verknoteten sich ihre Stricke ab und an schon einmal. Obwohl das MarionettenBlatt wusste, dass die Fäden nötig waren, damit es nicht vom Baume fiele, verwünschte es seine Gebinde oft und träumte davon einmal losgelöst sein zu können.
Es zog am liebsten selbst an seinen Fäden, wünschte sich ein Rückrat und hätte all zu gern Flügel.
Der Wind, der ein guter Freund vieler Blätter ist, hatte von allen Blättern die EichenblattMarionette besonders in sein Herz geschlossen. Wenn sich das Blatt wieder einmal in seinen Fäden verfangen hatte, blies der Wind vorsichtig bis die Verwirrungen sich wieder lösten. Beim Knoten lösen kamen der Marionette die Meisen zu Hilfe. Allein war das unterhaltsame Eichenblatt nie.
Hing es auch manchmal noch so schief in den Seilen, seine Texte trug das MarionettenBlatt, in jeder noch so abenteuerlichen Situation, stets vor mit großer Leidenschaft. Spielen und Geschichten erzählen, das war eben sein Ding, das war sein Lebenselixier.


Im Laufe der Zeit wurde das Spiel des Marionetten-Blattes immer einfallsreicher und farbenfroher.
Im Sommer nahm es manches Mal sogar eine glitzernde Lichtgestalt an.
Im Herbst trug es die kunterbuntesten Kostüme. 

Mit seinen phantasievollen Darbietungen zog die EichenBlattMarionette viele aufmerksame Naturgeschöpfe in ihren Bann. Sie schenkte Abwechslung und Freude und wurde mit Lachen und Beifall belohnt. 
Bewundernswert, so viel Energie, Lebensfreude und Humor von einem kleinen Blatt.

War die Marionette auch ihr ganzes Leben lang kindlich geblieben, so kam doch auch für sie der Moment, sich dem Naturgesetz des Werden und Vergehens zu stellen.
Im späten Herbst, die meisten Blätter waren längst von den Bäumen gefallen, hing die Marionette 
Saft- und Kraftlos nur noch an zwei Fäden hoch oben im Geäst. Zusehends verblasste das MarionettenBlatt. Beinahe durchsichtig-geisterhaft wurde das Blatt als die ersten Schneeflocken fielen. Es war kaum wider zuerkennen. Sanfter wurde es und seine Stimme wurde immer melodiöser. Seine Texte hauchte es nur noch.
Lange hielt das Blatt sich krampfhaft fest an seinen letzten dünn und brüchig gewordenen Fäden. Zu sehr fürchtete es einen schnellen Sturz und eine unsanfte Landung. Der Boden unter ihm war schon eisig kalt und hart gefroren.
Der Herbstwind sprach der Marionette Mut zu und versprach ihr einen wundervollen Segelflug. Nur los lassen müsste das Blatt schon selbst. Er würde seinen Blatt-Freund gewiss nicht im Stich lassen und würde die Marionette begleiten bei deren Übergang in deren neue Existenz.

Als der nächste Herbststurm die Eichenblatt-Marionette streifte, rissen die Seile der Marionette und tapfer ließ das Blatt los. Im Bewusstsein, dass das Ende seines Blatt seins einen neuen Anfang mit sich bringen würde, tanzte das Blatt berauscht auf den Schwingen des Windes aber dieses Mal gänzlich frei und ungebunden.
Das leicht gewordene Blatt wirbelte lang durch die Lüfte und sang leise mit dem Wind bevor es sanft auf dem Boden ankam, wo es in einem Bett aus frischen Schneeflocken versank. 
Die Marionette atmete tief. Sie war bereit zur immerwährenden Verwandlung. Sie küsste den Boden und befruchtete die Erde.


Donnerstag, 25. November 2010

BAUMGESICHT - HIRSCHDÄMON GIERSCHLUND


HIRSCHDÄMON GIERSCHLUND
Das Baumgesicht des 1000jährigen Eichentorso
am Schwielowsee in Ferch / Brandenburg

In einer Zeit, als die Gierigen und geizig Geilen in ihrer unermesslichen Ausbeutermanier die Ressourcen ihrer Umwelt schneller aufbrauchten, als diese nachwachsen konnten, gewannen die Dämonen der Finsternis zunehmend an Macht. Nicht zu glauben, wo sie überall insgeheim ihr Unwesen trieben. Zu Anfang nahm sie kaum jemand wahr. 

Erst als die Sensationslust all die anderen Lüste übertraf, waren die Dämonen ständig in den Schlagzeilen, und nach und nach bemerkten nur noch Diejenigen, die nicht so leicht zu täuschen oder zu manipulieren waren, dass die platten grölenden Parolen der düsteren Gesellen zu verbreiteten Schlagworten wurden und bald machtvoll genug geworden waren um das Denken und Handeln Vieler stark zu beeinflussen. Die Wenigen, die die dämonische Verderbtheit aufzudecken gesucht hatten und vor den Gefahren eines unverantwortlichen Denkens und Handels gewarnt hatten, wurden kaum erhört. Lauthals wurden ihre Argumente übertönt.


NUR SELTEN SCHREIT DIE VERNUNFT

Im rauschenden Lärm, den die ständig anwachsende Industrialisierung mit sich gebracht hatte, begannen die Sinne der Menschen zu verkümmern. Feinfühligkeit blieb auf der Strecke im wilden Gerangel um eine Position, die es ermöglichen sollte, zu leben oder wenigstens zu überleben. Alle rannten dem schnödesten aller Mammons dem Geld hinterher, das sich als Hauptzahlungsmittel durchgesetzt hatte. Für alles, was man benötigte oder vermeintlich brauchte, musste man mit dieser Währung zahlen. Jedwedes hatte plötzlich einen Preis, der oft nicht einmal in einem realen Verhältnis zum Warenwert stand und der je nach Nachfrage meist auch noch fortwährend stieg. Selbst das Wasser - der Quell allen irdischen Lebens, das allen Lebewesen frei zur Verfügung gestanden hatte, wurde zur Handelsware, wurde in Flaschen gefüllt und kreuz und quer durch die Lande transportiert und das kostete. Das kostete … und nicht nur Geld. Es gab schon besorgte Befürchtungen, dass eines Tages auch die Luft - zum Atmen in Tüten gefüllt werden könnte und nur noch gegen Geld zu erwerben sein würde. Was für eine Prognose. Wie furchtbar würde solch eine Zukunft sein.

Wer Geld besaß, der suchte dieses ständig zu vermehren. Den Reichen schien die Armut derer, die wenig oder keinen Besitz hatten, kaum zu scheren. Teilen, Fairness und Freundlichkeit waren längst aus der Mode, waren völlig „out“, stattdessen waren Korruption, Skrupellosigkeit, Missgunst, Mobbing und Geiz jetzt „in“.

Das Schlimmste aber war, das die meisten Menschen das alles so hinnahmen und aus Bequemlichkeit die Eigenverantwortung gern abgaben und eine Fernbestimmung akzeptierten. Unter dem steigenden Druck der Anpassung und der Furcht in Armut geraten zu können gaben die Menschen viele ihrer Werte und Tugenden auf. Sie krümmten sich und sie buckelten, für dies und das, für lauter Dinge, die sie wenn überhaupt nur kurzzeitig glücklich machten. Dinge die sie meist in Abhängigkeiten trieben, in denen sie dann hängen blieben. 
Haben, haben – mehr und mehr… Die Frage nach dem Sein, stellte kaum noch ein Mensch, denn die Menschheit war verblendet vom Schein und den falschen Verheißungen.

Es war eine Zeit voller Ungeduld. Das „Gut – Ding“ Weile haben will, wurde gänzlich außer Acht gelassen. Weil vermeintlich zu teuer, wurden immer seltener der eigentlich nötige Einsatz und die Zeit aufgebracht, für eine gute Qualität und zukunftsorientierte Herstellung von Produkten. Alles sollte schnell gehen. Im Schnäppchenrausch wurde alles billig und billiger. Billig im wahren Sinne des Wortes – alles hatte immer weniger Wert. Kaum Jemand wollte noch einen angemessenen Preis zahlen und sie merkten nicht, dass dann auch bald nichts und niemand mehr angemessen bezahlt werden können würde. 







Diejenigen die den Schlund nicht voll genug bekamen, nahmen alles, was sie kriegen konnten und das so schnell es nur eben ging. Sie beachteten nicht, welche Auswirkungen ihre Gier haben würde. 


DIE GIER FRAGT NICHT NACH MORGEN

Mit aufwendigsten Werbe-Kampagnen wurde Bedürfnisse geweckt, für lauter Zeug, das niemand wirklich braucht, doch alle haben wollen, weil der Nachbar es auch hat oder aus ähnlich kuriosen Gründen. 

Erst als der Müll sich vor der eignen Haustür stapelte, dachten die Menschen darüber nach, wie sie ihn los werden könnten.

„Bring doch mal den Müll hinunter.“ 
„Wie??? Von der Erde???“
„Ach das geht ja nicht!“

So luden sie den Müll vor fremden Türen ab, was ständig mächtig Ärger gab und keine Lösung war. Doch produziert wurde fleißig weiter. Solang damit Geld zu machen war, war fast jedes Mittel recht bis hin zum Etikettenschwindel.

Fast unbemerkt in der Flut unübersichtlicher Informationen wurde den Menschen zu spät bewusst: 
  • Das hochangesehene Verbrecher die Gewässer leer fischten, noch bevor die Fische genug Zeit zur Vermehrung oder Aufzucht ihrer Nachkommen gehabt hatten. 
  • Das Wälder gerodet und nicht schnell genug nachgepflanzt wurden, um ein ökologisches Gleichgewicht halten. 
  • Das Lebens- oder Futtermittel eingestampft und vernichtet wurden, während anderer Orts die Menschen hungerten, nur aus dem frevelhaften Grund um die Preise zu halten. 
Unter manchem Deckmantel verbargen sich so viele folgenschwere Fehler, das es immer komplizierter wurde die Ursachen zu erkennen. 
Die Dämonen der Verwirrung klatschten in die Hände.
Die Dummheit hatte Hochkonjunktur und darum wundert es nicht, dass die Ausgaben für Kinder, für Bildung und Wissenschaft ständig gekürzt wurden.
Der klare Menschenverstand war eingetrübt. 
Unsicherheit und Zukunftsangst hatten sich breit gemacht.

Erschrocken sah die altersschwache Eiche zu, wie an Ästen gesägt wurde, auf denen man gerade noch gesessen hatte. 
Sie hatte so viel schon gesehen in den letzten 1000 Jahren, die sie am schönen Schwielowsee in Brandenburg gestanden hatte. Oft hatte sie Blätter schüttelnd über Ereignisse gegrübelt, die sie nicht verstehen konnte. 


In ihrem hohen Alter waren ihr nur noch wenige Blätter geblieben. Gebrechlich und bitter war sie geworden. Ein gefräßiger Dämon war in ihren geschundenen Stamm eingezogen. Sie hatte nicht mehr die Kraft besessen, sich gegen diesen Dämon in Hirschgestalt zu wehren. Wo die Eiche früher eine herrliche Krone gehabt hatte, beherrschte jetzt der Dämon den Eichentorso. Die Kopflose trug nun den Hirschdämonenschädel statt ihres Eichenhauptes. Der Schlund des Dämons war riesig und er verschlang einfach alles.


Kaum hatte der röhrende Dämon von der alten Eiche Besitz ergriffen, beraubte er die Eiche um deren Verstand. Mit dem Dämon hatten auch andere Parasiten Einzug in die Eiche gehalten. Gleichnishaft schritten Fäulnis und Verfall schnell voran. Die Menschen trennten die Äste und Teile des hohlen Stammes, die morsch und von Würmern durchlöchert waren, vom Eichenstamm.












DIE ZEICHEN DER 1000jährigen EICHE 
aus Ferch in Brandenburg

Mit letzter Kraft versuchte die alte Eiche Zeichen zu setzten, solang sie noch bei klarem Verstand gewesen war.
Ich entdeckte am Boden liegend in einer Baumscheibe der beschnittenen Eiche drei wurmgezeichnete BaumGesichter die ausdrucksstark protestierten gegen die dämonische Vorherrschaft.


„AUWEIH“ klagte eines dieser Gesichter 
und voller Ekel vor der maßlosen Gier der Dämonen machte ein zweites Gesicht „BÄ“
Das Dritte der WurmStrichGesichter sagte: „NÖ“ und meinte „NEIN“.


DER AUFSCHREI
Das dramatischste der Zeichen, das die Eiche gab, als sie noch wachen Sinnes war, entdeckte ich am Fuße der Veteranin. In einer der abgetrennten Baumscheiben der 1000jährigen Eiche erkannte ich den Aufschrei eines Babys. 


Sollten es nicht unsere Kinder einmal besser haben als wir? Wie soll das gehen, wenn die Menschheit verlernt hat, was wirklich wichtig ist.

„Haltet doch einmal kurz inne und überdenkt euer Handeln, lasst euch nicht von den Dämonen in die Irre führen. Bemerkt ihr denn nicht, der dämonische Mammon hat so viel Unheil schon gebracht. 

Die Urgroßväter sind im Krieg gefallen. 
Die Großmütter habt ihr verkauft, 
doch hört der Mammon längst nicht auf. 
Der Müll quillt aus den Ohren ihm. 
Er spuckt und speit. 
Er greift nach eurer Würde – verteidigt sie! 
Dämonen lauern überall. Sie reißen ihre Kernkraft-Mäuler auf. Gebt ihr nicht Acht, dann fressen sie bald eure Kinder auf.“ 

Der Aufschrei schallt weit übern See, 
Kein Echo gibt es. Er verhallt.

Und während die Menschheit ihre Dämonen hätschelt und schützt, schließen diese schon Wetten ab. Sie spielen ihr falsches Spiel und wetten darum, wann sich die Menschen endlich selbst ausgerottet haben.

Du arme alte Mutter Eiche aus Ferch ich danke Dir für Deine weisenden Zeichen. Ich sah sie und ich deutete sie und mache meine Mitmenschen aufmerksam. Wohl wissend das nur Wenige die Sprache der altehrwürdigen Bäume verstehen.

Dein Dämon hat ein charakteristisches, ein böses Gesicht. Du zeigst ihn uns. Nicht viele dieser Art sind so leicht zu erkennen. Doch gerade ihre Entlarvung ist zwingend nötig, bevor sich die ausgekochten Verführer etablieren und ihre Umgebung verblenden und verstahlen. 
Um unserer Kinder und unserer Kindes Kinder Willen hoffe ich, die Menschen hören auf Dich, Du weiser uralter Baum, und halten nach deinem Rat die zerstörerischen Dämonen im Zaum, damit diese nicht mächtiger werden und andere Lebewesen  knechten.

fotos & Text 2010: © johanna zentgraf




Donnerstag, 11. November 2010

BAUMGESICHT - HÜNDCHEN FLOPPY KLEIN


HÜNDCHEN FLOPPY
DAS PAPPELBAUMGESICHT
aus Mattersburg / Österreich
Wenn Herbst es wird und bunte Blätter durch die Lüfte tanzen,
dann ist das Hündchen Floppy Klein ganz außer Rand und Band.
Von einem Pfötchen auf das Andere hüpft er und schnappt nach manchem Blatt. 
Kein Laubhaufen ist vor ihm sicher. 
Ausgelassen springt er zu gern hinein und wirbelt all die Blätter auf.


Blickt Floppy ab und an den Baumstämmen hinauf zu deren Wipfel und sieht die immer kahler werdenden Bäume, dann fragt er sich:
„Wieso denn bloß, wieso verlieren, wenn es kühler wird, fast alle Bäume ihre Blätter?“
Die wundervolle Farbenpracht im Herbst ist meist von viel zu kurzer Dauer. Ihr folgt das ahnt klein Floppy schon, so wie im Letzten und im Jahr zuvor eine triste, trübe Zeit. Eine Jahreszeit so Regen- und auch Nebelreich, dass an manchen Tagen solch ungemütliches Wetter ist, an denen die Menschen gerne sagen:
„Bei diesem scheußlichen Wetter da möchte man nicht einmal einen Hund vor die Türe jagen.“ – und das obwohl Hunde doch zu gerne Gassi gehen.
Floppy, das Mischlingshündchen vom Pappel-Stamm aus dem österreichischen Mattersburg, ist kein Trauerkloß. Schlechtes Wetter - so etwas gibt es für Floppy nicht,
„…nur trübsinnige Stimmungen oder falsche Kleidung…“ bellt er. 
Selbst wenn der November immer grau und grauer wird, mag Floppy diesen Monat gern.




















AM 11.11. IST MARTINSTAG 




Bevor die letzten Blätter fallen, 
beginnt am 11. 11. um 11:11 Uhr die kunterbunte Faschingszeit. 
An einem Martinstag hat Floppy sich was ausgedacht. 
„Wenn‘s draußen grauer wird, dann verkleide ich mich und trage in der Karnevalszeit Kostüme in leuchtenden schönen Farben.“
Für jeden Tag der Woche 
hat Floppy Klein sich einen Zipfelhut gefärbt, der schützt ihn vor Wind, vor Regen und auch vor Schnee und steht ihm wirklich gut.



MO  Jeden Montag setzt Floppy seine blaue Zipfelmütze auf.


DI  Dienstags trägt er den orange-farbigen Hut.


MI     Für Mittwochs wählt Floppy einen Grünen aus.


DO  Am Donnerstag da leuchtet es von seinem Köpfchen rot.


FR   Freitags ist dann die gelbe Zipfelmütze dran.
SA   Am Samstag - auch sehr schön, kann man den Floppy mit einer lila Mütze sehen.



SO  Und für den Sonntag vorbehalten hat er den weißen Zipfelhut.








Mit seinen Zipfelmützen so farbenfroh sieht Floppy nicht nur gut aus,
er fühlt sich auch so.
Vom 11. November bis Aschermittwoch (bis Februar oder manchmal auch bis März)
die ganze Fastnachtszeit trägt Floppy Klein tagtäglich eine andersfarbige Zipfelmütze. 
Nach Aschermittwoch wird es bald Frühling,
dann braucht das Hündchen seine Kopfbedeckung nicht und auch im Sommer,
ist diese nicht von Nöten. 
In den milden und warmen Jahreszeiten tragen auch die Bäume wieder neue Blätter,
die bieten Schutz vor Regen, aber auch vor zu starken Sonnenstrahlen.

fotos & text 2009/2010: © johanna zentgraf




Montag, 25. Oktober 2010

BAUMGESICHT - ROTARIO


SCHUPPENVOGEL ROTARIO
DAS MAGNOLIENSAMEN-BAUMGESICHT
AUS DEM WELTENALL

Der Schuppenvogel „Rotario“ war schon eine lange Zeit in einer braunen schalenförmigen Kapsel durch unendliche Weiten des Universums geflogen, als er einen wundervollen Planeten, der im Licht der Sonne blau, türkis und grün leuchtete, entdeckt hatte. Auf seiner langen Reise war er nie zuvor solch einem farbenprächtigen Planeten begegnet.

Dort möchte ich hin, hatte er gedacht und landete kurz entschlossen auf dem Mond, der ein Trabant dieses Planetens ist.

Mit dem Mond umrundete er den blauen Planeten. Neugierig erkundigte sich Rotario beim Mann im Mond, ob ihm dieser etwas über sein neu entdecktes Reiseziel berichten könnte. Der Mann im Mond führte seinen Gast zu einem großen Fernrohr, das auf die Erde ausgerichtet war und mit dessen Hilfe man ganz nah auf die Erdkugel zoomen konnte.

ERDE was für eine ungewöhnliche Bezeichnung für einen Planeten, der wenn schon nach einem Grundelement der Vier-Elementen-Lehre (Wasser, Feuer, Erde, Luft) benannt, doch wohl treffender "WASSER" hätte heißen müssen, denn davon schien es auf diesem Planeten sehr viel zu geben.

Die Menschen - Lebewesen, die den blauen Planeten zahlreich bevölkerten, so berichtet der Mann im Mond dem roten Universumsreisenden, hatten im Laufe ihrer Evolution das feuchte Element verlassen und waren überaus stolz darauf an Land - auf der Erde überleben zu können. Manche von ihnen glaubten wohl gar daran, selbst aus Lehm, einem erdigen Schlamm gemacht worden zu sein. So hatten die Meschen die Kugel, auf der sie lebten: „Mütterchen Erde“ genannt.

Wie wohl die anderen Lebewesen auf Erden ihren Heimatplaneten nennen würden, das wusste der Mann im Mond nicht.

Ob die Fische ihren Heimatplaneten mit WASSER betitelten und die Vögel ihn vielleicht mit LUFT bezeichnen würden und ob andere der unzähligen lebendigen Geschöpfe dieses Planeten, wiederum ganz andere Vorstellungen von und andere Namen für ihren Lebensraum hätten, darüber machte sich der Mann im Mond so seine Gedanken.

Nach dem Element FEUER, dessen war sich der Mondmann allerdings ganz sicher, hätte gewiss keines der auf der Erde lebenden Wesen seinen Planeten benannt, denn vor der Zerstörung des Feuers hatten wirklich ausnahmslos alle auf der Erde lebenden Geschöpfe große Angst. Sogar die Menschen, die glaubten des Feuers Herren werden zu können, hatten bei ihren vielen Kämpfen mit dem heißen, züngelnden Element, die zerstörerische Kraft des Feuers zu spüren bekommen. Nicht immer war es ihnen gelungen, das Feuer rechtzeitig zu zähmen, bevor es alles Brennbare verschlungen hatte. So hatten auch die Menschen Furcht vor dem Feuer und respektvoll riefen sie es stets bei seinem Vornamen „Vorsicht“, bevor sie seinen Nachnamen „Feuer“ aussprachen.

Rotario der Schuppenvogel
aus dem Weltraum 
staunte anerkennend über das Wissen des Mannes im Mond. Wie hatte er aus solcher Entfernung nur so viel über den Nachbarplaneten erfahren können ?

Der Mann im Mond war der Spezies Mensch nur wenige Male und zwar im 20. Jahrhundert (nach deren Zeitenrechnung) begegnet. Es waren Astronauten gewesen, die auf seinem Planeten, dem Mond, gelandet waren. Die Abgesandten der Erde, die auf der Suche nach neuen Lebensräumen für die Menschheit waren, hatten dem Mann im Mond viel von ihrem Planeten berichtet und hatten ihm eine amerikanische Flagge und ihr Fernrohr als Gastgeschenk überlassen.
Seit damals verbrachte der Mann im Mond sehr viel Zeit mit Beobachtungen durch das Fernglas und dem Studium der Erde. Täglich blickte er viele Stunden ins All und er zoomte oft auf interessant erscheinende Punkte des sich drehenden Erdenballs. Er sah auch, dass die Menschen Raketen und Satelliten in den Weltraum schossen, aber nach 1972 war kein Erdenlebewesen jemals wieder auf dem Mond gelandet. Warum eigentlich nicht? Das hatte sich der Mann im Mond immer wieder gefragt. Wären da nicht als Realitätsbeweise das Fernrohr und die Fahne, bezweifelte der Mondmann manches Mal, ob er die Mondlandung der Menschen vielleicht nur geträumt haben könnte.

Rotario war fasziniert von den Meeren, Seen, Flüssen, Bergen und Tälern von den Wäldern, Wiesen, Feldern und Wüsten, die er auf der Erde durch das Fernrohr erspäht hatte. Am meisten war er aber neugierig auf das Element Luft, von dem der Mann im Mond ihm erzählt hatte. Das Gesehene und die Schwärmereien des Mannes im Mond hatten Rotarios Wunsch, die Erde näher kennen zu lernen, verstärkt. In freudiger Erwartung fieberte er der Zeit entgegen, da er seine gefederten Artgenossen, die auf der Erde lebten, kennen lernen könnte. Er träumte davon, gemeinsam mit anderen Vögeln am blauen Himmel durch die Lüfte zu fliegen, sich von den Winden tragen zu lassen und bis zu den Wolken zu schweben.

Der Mann im Mond, der selbst gern einmal zur Erde gereist wäre, dies aber nicht konnte, weil er Frau Luna - die Mondfrau, nicht allein lassen wollte, half seinem neuen Freund, dem Schuppenvogel bei dessen Reisevorbereitungen für den Flug zur Erde.

Die braune Reisekapsel mit der Rotario fliegen wollte, musste völlig überholt und gut abgedichtet werden, damit sie den Flug durch die Ozonschicht, die die Erde umgibt, unbeschädigt überstehen würde. Das war viel Arbeit und es blieb wenig Zeit für die Beschäftigung mit der Materie Erde und für ein vorbereitendes Studium der Bedingungen und möglichen Gefahren auf dem zu erkundenden Planeten. Rotario wurde immer ungeduldiger. Die Erde übte eine zu große Anziehungskraft auf ihn aus, als dass er sich nicht mehr als zwingend notwendig mit zeitraubenden Vorbereitungsarbeiten aufhalten lassen wollte.

„Komme, was da kommen mag…“ dachte Rotario.

Zum Mondmann, der ihm gern noch einige seiner Ratschläge mit auf den Weg gegeben hätte, sagte Rotario:

„Meine Erfahrungen mache ich vor Ort, die Praxis sei mein Meister, ich hab es nicht so mit der Theorie.“

Der Mann im Mond konnte die Rastlosigkeit des Vogels gar nicht nachvollziehen. Er und seine Frau Luna hätten das übermütige und lebenslustige Vögelchen gern noch etwas länger an ihrer Seite gehabt. Doch ehe der Mondmann sich’s versah, hatte Rotario auch schon sein rotes Helmchen aufgesetzt und saß bereits hinter dem Steuer seiner Raumfahrtkapsel.

„Meine Flugkapsel ist okay. Auf geht’s zu neuen Abenteuern. Habt Dank lieber Mann im Mond, liebe Frau Luna. Ich grüße euch bald von der Erde, wenn ihr mit dem Fernrohr Ausschau nach mir haltet.“ 

Mit diesen Worten verabschiedete sich der Schuppenvogel und blitzgeschwind mit einem schrillen „Ziiiiisch zschsch“ war Rotario auch schon in seiner Laufbahn Richtung Erde. 
Der Mann im Mond machte nur noch ein sandkorngroßes Pünktchen aus, als der die Kapsel des Schuppenvogels mit dem Fernrohr suchte.

Der mutige kleine gepanzerte Schuppenvogel wurde nicht schlecht durchgeschüttelt, bei seinen Zickzack-Flugmanövern, die er machen musste, um den Sonnenstürmen auszuweichen. Knapp war er so manches Mal den Stürmen und ihren Ausläufern entkommen. Tapfer hatte er schnell und richtig reagiert und hatte seine Kapsel immer noch gerade rechtzeitig aus der Gefahrenzone manövrieren können. Doch als er die Ozonschicht der Erde durchflog oh weh, hatte sich einer der Antriebe seiner Raumkapsel entzündet. Rotario musste, um sich zu retten, in seine kleine Notlandekapsel umsteigen und diese von der großen Raumkapsel abkoppeln. Wehmütig sah er aus der Luke der Notkapsel, zum Glück aus ausreichender Entfernung, wie sein schönes Raumschiff verglühte und einen langen Feuerschweif nach sich zog. Der Mann im Mond und seine Frau, die diesen glühenden Schweif gesehen hatten, trauerten sehr um das todgeglaubte Weltraumvögelchen.

Der Schreck begleitete Rotarios Notlandeflug. Auf den letzten Metern musste der Schuppenvogel auch noch die bei der Abkopplung vom Hauptschiff beschädigte Notkapsel schnellstens verlassen. Sein geöffneter Fallschirm, die letzte Rettung vor einem rasanten Absturz, war an den Ästen eines Baumes hängen geblieben und gerissen. Aber wie durch ein Wunder wohlbehalten fand sich Rotario, nachdem er aus einer Ohnmacht erwacht war, geschützt in seinem schuppigen Raumanzug auf einem Magnolienbaum mitten in einer Stadt wieder. So hatte er sich seine Ankunft auf Erden nicht vorgestellt, aber er war am Leben und das war die Hauptsache.


Als er sich vom Schrecken erholt hatte, plusterte er sein schuppiges rotes Gefieder auf und spreizte seine Flügel. Er versuchte, sich zum ersten Mal in die Lüfte zu schwingen. Aber oh je, er konnte nicht fliegen. Seine rotierenden Flügel, mit denen er in der Schwerelosigkeit des Weltalls die tollsten Flugshows vorgeführt hatte, waren für den Flug durch die Luft nicht geeignet.
Rotario wurde vor Wut darüber noch röter als er ohnehin schon war. Nun saß er fest und klammerte sich an den Ast, um nicht vom Baum zu fallen und hoffte auf ein weiteres Wunder.


Viele Vögel besuchten den Magnolienbaum auf dem Rotario gelandet war. Sie staunten sehr und tuschelten:

„Wer ist denn das, wo kommt der her?
Soll das ein Vogel sein - dieser Exot, wie Feuer so rot?
Was bringt er uns? – Vielleicht …? - Vielleicht den Tod?“

Rotario hörte, wie man ihn einen Feuerfuchs nannte, der seinen Schweif am Himmel abgeworfen hätte. 

Der Weltraumvogel ahnte Schlimmes, denn er erinnerte sich an die Erzählungen des Mondmannes zum Thema Feuer auf Erden. Als gefährlich stuften die Erdlebewesen nun ausgerechnet ihn ein, den friedfertigen und abenteuerlustigen, durch Flugunfähigkeit gehandikapten Vogel, der mit besten Absichten zur Erde gekommen war. Das war eine der denkbar schlechtesten Voraussetzungen, um auf Hilfe oder gar Freundschaft hoffen zu können. Wie er befürchtet hatte, wurde Rotario von den Erdbewohnern nach solcher Verleumdung gemieden und er stieß auf Ablehnung solch eines Ausmaßes, wie es ihm noch nirgends im All widerfahren war.
Nicht dass Rotarios Existenz kein Interesse geweckt hätte, das schon, aber dieses Interesse galt nicht wirklich ihm oder einer Wahrheitsfindung. Es war lediglich Basis für Spekulationen, die das Augenscheinliche und die Erfahrungen der argwöhnischen Schaulustigen zu bestätigen suchte. Niemand hatte ihn befragt, weder nach seiner Herkunft noch nach seinem Vorhaben oder warum und wie er an diesen Ort gekommen war und schon rein gar nicht, wie es ihm erginge. Die meisten Lebewesen auf der Erde hatten verlernt, was Gastfreundschaft ist.

Rotario wurde als Fremder misstrauisch und missbilligend beäugt und da ihn selbst niemand befragte, wagte der Vogel auch niemanden anzusprechen oder sich gar jemandem anzuvertrauen.


Lediglich der Magnolienbaum, an dessen Zweig sich Rotario krampfhaft klammerte, hatte ein Mitgefühl für den kleinen Vogel in fremder, ja feindlicher Umgebung. Auch die Magnolie war einst aus einer völlig anderen Umgebung, aus dem fernen Amerika nach Deutschland gekommen und dachte oft daran, wie schwer es für sie gewesen war, sich an die Fremde zu gewöhnen, wo sie viele Kreuzungen über sich hatte ergehen lassen müssen.


Obwohl die Blätter der Magnolie Rotario schützend vor bösen Blicken zu verbergen suchten, das Rot seiner Schuppen war einfach zu leuchtend. Es gab keine Möglichkeit sich zu verstecken. Die Legende um den Feuerfuchs aus dem All verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wurden angereichert mit neuen Episoden auch immer mysteriöser. Vor Scham über all die Unterstellungen, die man dem Schuppenvogel andichtete, erröteten Rotario noch mehr. Er glühte vor Röte.


Füchse kamen zum Magnolienbaum und verspotteten Rotario:

„Ein Fuchs willst du sein?“

Und hörten nicht auf sein: „Nein!“

„Papperlapapp, dein Schwanz ist ab.
Da hilft dir auch nicht Fuchses List, weil du ohne Schwanz kein Fuchs nicht bist.“

Die Vögel, die dem Schuppenvogel etwas näher kamen, erahnten instinktiv, dass Rotario ein Artgenosse sein musste, aber auch sie, deren Freund er gern geworden wäre, jedenfalls bevor er zum Opfer ihres Gruppengespötts geworden war, machten sich lustig über ihn:

„Ein Vogel willst du sein, piep hi hi, piep hii hi hi, 
ein Feuervogel noch? 
Dann zeig es uns und flieg,
 ja fliege doch!“

Das war jetzt aber echt zu viel, Rotario war außer sich. 
Er sagte „Ja“ und sprang vom Baum.


Unter der Magnolie lagen nun die Samenschuppen seines Raumanzugs auf einem Fleck. Manche keimten, kleine Magnolien wuchsen daraus. Andere der Schuppen blies der Wind davon und Einige trugen Tiere oder Menschen weg. 

Einen der roten Samen pickte ein Hahn. Der Samen war hart, sehr hart sogar und der Hahn schrie „au“, verlor sein Zweites, das überflüssige „h“ und wurde feuerrot. Hahnau, der rote Hahn ward zum Symbol für Feuer fortan und wehe dem, auf dessen Dach er kräht der rote Hahn.

Rotario indes so ohne seinen leuchtenden Raumanzug ganz unscheinbar, der konnte unbemerkt entfliehen. Von Abenteuern auf der Erde hatte er genug. Obwohl er hätte wirklich gern die schönen Stellen, die es reichlich gab auf Erden noch besucht. Doch das war nicht mehr wünschenswert, nicht solang die Wesen auf der Erde so fremdenfeindlich waren. Im Geheimen und unauffällig baute der Weltenreisende überlebensgeprüfte Vogel sich eine neue Weltraumkapsel.
So schnell er konnte flog Rotario weit, weit fort zu einer neuen hoffentlich gastfreundlicheren Galaxis. Den Mann im Mond und seine Frau Luna, das ließ er sich nicht nehmen besuchte er. Die Beiden waren überglücklich, dass ihr kleiner Gast lebte und dass Rotario trotz all der Erfahrungen und der Enttäuschungen immer noch quietschvergnügt und neugierig geblieben war.

text & fotos 2010: © johanna zentgraf

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3. PLATZ beim Besucher-Award Januar 2011

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Bei der Abstimmung beim

BESUCHER-AWARD

in der Kategorie:

KUNST - LITERATUR

(mit insgesamt 9 Homepages)

im Januar 2011

beteiligten sich 2.840 Besucher.


Für den Blog

BAUMGESICHTER I TREEFACES

gaben insgesamt 544 Teilnehmer

ihre Stimme ab.

Ich hoffe,

dass nun niemand sprachlos ist

und möchte allen danken,

die so fleißig mitgestimmt haben.


Dakini der BaumWesen

Johanna Zentgraf