Dienstag, 20. März 2012

BAUMGESTALT - GÄHNENDER BAUM

DER GÄHNENDE BAUM 
von Immenstadt / Oberallgäu











Im Allgäu taut der letzte Schnee
Es plätschert Ach - der Bach
Die Wasser-Amsel baut ihr Nest 
Die Sonne wärmt und erste Blüten sprießen


Zum Jahreszeitenwechsel - Winter/Frühling

fotos & text 2012-03-12: © johanna Zentgraf 


Die Tage werden wieder länger,
doch er gähnt und gähnt,
der abgebrochene Immenstädter Baum.

Hat diesen Baum vielleicht die Frühjahrsmüdigkeit gepackt?
Oder gähnt er, um tief die frische Luft zu inhalieren.

Zumindest, das kann jeder sehn, hat dieser Baum Manieren.
Er hält die Hand vor seinen aufgerissenen Mund.

Schauen wir ihm zu lange zu, dann müssen wir auch gähnen,
denn Gähnen - steckt bekanntlich an.














Dienstag, 6. Dezember 2011

BAUMGESTALT - NIKOLAUSI KASTANIEN-KLAUSI

NIKOLAUSI


Stellt Eure Stiefel vor das Haus, 
am 6. Dezember kommt der Nikolaus, es heißt er füllt geputzte Schuhe mit Süßigkeiten aus.

Mit weißem Bart, in rotem Gewand und einer Rute in der Hand 
so kennt ihn jedes Kind. 

Die Braven beschenkt der Nikolaus. Doch gleich mit Prügel droht der strenge Mann, wenn er erkennt, dass Kinder bockig oder ungezogen sind. So manches nicht ganz brave Kind ist froh, muss es ihm nicht begegnen. Das ist jedoch gar nicht so leicht, fast überall stößt man im Dezember auf irgend einen Nikolaus. Verkleidet, aufgeblasen, geschnitzt, gebastelt oder sogar in Schokolade gegossen zeigt sich der Nikolaus auf Schritt und Tritt. Der Nikolaus vom Weihnachtsmarkt und der im Kaufhaus oder ein Virtueller aus dem Internet, versprechen Wünsche zu erfüllen. 
Sie locken mit: 
"Komm wünsch Dir was, such Dir was aus von all den vielen Dingen."
Während der Raum weihnachtlich beschallt und Glöckchen aus den Lautsprechern klingen, hört man und traut doch seinen Ohren kaum:  
"Wünsch Dir was. Wir wissen, was Du brauchst."  
Erst wenn die maskierten Blender hören: 
"Das will ich auch, das muss ich unbedingt haben" 
und wenn das Geld in ihren Kassen klingt, ziehen sie nach Feierabend ihre Verkleidung aus.

Im letzten Monat des Jahres dann verteilten Wünsche-Erfüller all die Gaben, die sich die Kleinen und die Großen bei irgend einem Pseudo-Nikolaus bestellt haben. Meist ist die Freude kurz, weil wer was hat, der möchte nicht selten kurz darauf schon wieder etwas Neueres.

Ich ziehe lieber meine Stiefel an 
und stapfe durch den Wald, 
damit ich mir was ganz Besonderes wünschen kann 
beim kleinen bärtigen KastanienMann. 


NIKOLAUSI KASTANIEN-KLAUSI


Ganz anders ist der kleine Nikolausi Kastanien-Klausi. 
Er ist ein alter, weiser RindenMann und lebt im Wald mit seinem Schaf.
Manches Mal wenn Nikolausi so in Gedanken ist, stolpert er über seinen mächtig langen weißen Bart, der lockig bis zum Boden reicht. Die Rute braucht der Alte nur, um sicherer zu Gehen und sich darauf zu stützen. 
Sein roter Kapuzenmantel wärmt den Nikolausi und breitet er ihn ganz weit aus, dann schützt er andere Lebewesen auch. 
Sein Gaben-Sack ist voll mit guten Wünschen. Der ist ganz leicht. 

Wenn Nikolausi Kastanien-Klausi auf Menschen trifft, dann mahnt er sie zur Ruh. Er sitzt mit ihnen auf einer Bank und hört ihnen wirklich zu. 

Nikolausi nimmt Wünsche gern entgegen. 
Weil er aus langjähriger Erfahrung weiß, wie Wünsche sich erfüllen, rät er als echter Wohltäter dem Wünschenden: 

"Bedenke, bevor Du leichtfertig einen Wunsch aussprichst, er könnte sich erfüllen. Erst wer sein Herz befragt hat, was wirklich für ihn wichtig ist, der sollte sich was wünschen. Manchmal und öfter als man glaubt gehen Wünsche in Erfüllung." 

fotos Cloppenburg 2011-04-25: © johanna zentgraf
text 2011-12-06: © johanna zentgraf




Dienstag, 1. November 2011

BAUMGESICHT - KÜRBIS HALLO-BALLO

HALLOWEEN

DAS BEELITZER - BAUMGESICHT
ein prächtiger hölzerner Kürbis ist, 
doch verwechselt ihn nie,
mit dem orangefarbenen Kürbis, 
der fleischigen Frucht.

Eine Verwechslung, 
besonders zu Halloween, 
die wäre sehr fatal, 
da werden 
nach überliefertem Brauch 
aus Kürbis Laternen geschnitzt.


Der AhornRinden-Kürbis "Hallo-Ballo" gruselt sich 
vor Messern, Sägen und Feuer. Zu Halloween erschreckt ihn nicht.

Solang er bleiben kann was er mag und was er ist,
strahlt der Holz-Kürbis "Hallo-Ballo" 
von innen jeden Tag, ganz ohne Kerzenlicht. 



fotos 2011-08-06 text 2011-10-29: © johanna zentgraf









Freitag, 28. Oktober 2011

BAUMGESTALT - FRÄULEIN BRATWURST


FRÄULEIN BRATWURST 
die Baumstumpf-Gestalt schlägt Wurzeln 
auf dem Wurmberg im Harz 

Fräulein Bratwurst war es leid,
gehänselt wegen ihres Aussehens,
sich all die peinlichen Vergleiche
zu ihrer Gestalt
weiterhin noch anzuhören ...


Auf gar keinen Fall würde sie länger bleiben.
Heimat hin und Heimat her ... 
Sie konnte die dummen Sprüche einfach nicht mehr ertragen.



Frisch angepellt floh eiligst sie aus Thüringen, 
wo alle ständig fragten, ob sie, solch eine aufgequollene Wurst, denn wirklich eine dieser "Echten", der einzigartigen "Original Thüringer Rostbratwürste" sei.
Das leidlich unproportionierte Fräulein Wurst rannte,
es rannte durch den schönen Tannenwald und machte auch im lieblichen Mischwald nicht halt.
" Ich lass mich nicht mit Senf bestreichen, 
bleibt ihr schön unter eures Gleichen." 
Drei Burgen ließ sie hinter sich.


Sie ging den Menschen aus dem Weg,
ließ sich nicht fangen von bissigen Hunden
und auch von schnappenden Brötchen und fliegenden Toast-Scheiben nicht. 
Statt ihrer brutzelten auf den Rosten der Grille überall im Thüringer Land die wohl geformt, die gut gepressten Würste. Das wiederum ärgerte sie nicht.


Als Fräulein Bratwurst an einer überdimensionalen Holzskulptur mit kerzengerader Riesen-Bratwurst vorüber kam, 
wurde dem Bratwurst-Fräulein zum wiederholten Male klar, wie wulstig, wie anders sie doch war, anders als all die vielen makellosen Thüringer Rostbratwürste eben.
Wem sollte sie, diese Verbeulte, je gefallen ? 


Im Harz auf dem Wurmberg, wohin ihr Weg führte, sollte sich vieles ändern für Fräulein Bratwurst.
Ein Single, ein Harzer Käse erwartete sie dort. Er hatte das Fräulein Bratwurst eingeladen. Die Beiden hofften seit ihrem ersten Kontakt auf Freundschaft oder auf mehr.

Was für ein ungleiches Paar kreischten die Hexen und rollten den Harzer Käse übers Plateau auf dem Wurmberg. An Schmäh war der Käse gewohnt, deshalb und aus verschieden anderen Gründen hatte er noch immer keine Frau. Den Meisten mochten zwar seine Würze aber letztlich stank er ihnen dann doch zu sehr.

Als Fräulein Bratwurst endlich am Wurmberg eintraf hauchte der Harzer noch "Wie deftig, wie schön ..." und dann schmolz der Käse dahin.
Sichtlich gerührt und verzweifelt zugleich musste Fräulein Bratwurst ihren einzigen Verehrer zerfließen sehn.

Und ehe noch ihr sein starker Geruch in der Nase stach, da war der Harzer auch schon verduftet. 

Ihr brach es das Herz und all die Hoffnungen auf Zweisamkeit waren dahin. 


Jetzt schlägt auf einem Steine sitzend, das Baumstumpf gewordene Fräulein Bratwurst Wurzeln auf dem Wurmberg, im Harz unweit von Braunlage, an einem Ort "Bratwurst" nach ihr benannt. 

fotos vom Wurmberg 2007-04-11: © detlef otte 
(bearbeitet von johanna zentgraf) 
fotos aus Thüringen:                      © johanna zentgraf
text 2011:                                       © johanna zentgraf  




Sonntag, 25. September 2011

RINDENBAUMGESTALT- KASPERL


KASPERL
Baumgestalt aus Frankenberg/Eder

kasperl gleich, 
schillernd verklungen bist du 
nur für den moment,
dein Auge blind und tief 
und lustvoll dein sammeln,
richtest dich jetzt kerzengerade
und schenkst tanz,
lachen und wildheit.
kasperl gleich.

mm


fotos 2011-03-02: © johanna zentgraf
text 2011-09-24: © markus majowski


Montag, 12. September 2011

BAUMGESICHT - HARALD


BAUMGESICHT HARALD 
aus dem Tiergarten in Hannover 
videoclip johanna zentgraf 
sound sabine menne 



videoclip aufgezeichnet: 2011-05-21 von johanna zentgraf


 
fotos 2011-05-21 / 2011-12-10 / 2012-12-06: © johanna zentgraf & janine löhr


Dienstag, 28. Juni 2011

BAUMGESTALT - SIEBENSCHLÄFER

BAUMGESTALT SIEBE(L)NSCHLÄFER 
Hilchenbach / Nordrhein-Westfalen / Rothaarsteig

Im März 2011 
lag Siebe(l)nschläfer,  der dicke BaumscheibenMann schnarchend im Hilchenbacher Wald. Von den ersten Frühlings-Sonnenstrahlen ließ Siebe(l)nschläfer sich kitzeln und sie wärmen ihn. 


Der dicke Schwabbelbauch vom Siebe(l)nschläfer bewegte sich beim Ein- und Ausatmen meist gleichmäßig, er wippte auf und ab und ab und auf. 

Vor seinem Schlaf im Wald, da war der Siebe(l)nschläfer eingekehrt gewesen. Ein Genießer wie er, der weiß, wo man gut kocht, wo es gut schmeckt. Zur Mittagszeit hatte Siebe(l)nschläfer sich in einem der ältesten Gasthäuser Westfalens - in "STEUBERS SIEBELNHOF" den Magen tüchtig voll geschlagen . 

Nach üppigen und köstlichen Mahl, war Siebe(l)nschläfer nicht weit mehr gekommen. Im nahen Wald unweit vom Siebelnhof-Landhotel musste er bald verschnaufen. Im Schutze der Bäume, an einer schönen Stelle im weichen Laub da hatte er sich ausgestreckt. Vorm Mittagsschlaf an frischer Luft, hatte er genüsslich "mmh" und "ahh" gebrummelt und hatte kreisend seinen vollen, gut genährten Bauch gestreichelt. Siebe(l)nschläfers rechte Hand lag noch im Schlafe auf dem Kugelbauch. Während Siebe(l)nschläfers kurzen, un-rhythmischsten Schnarch-Lauten hüpften dessen Finger lustig auf seinem Oberbauch. So lag die BaumGestalt - der Siebe(l)nschläfer vom Rothaarsteig auf seinem Rücken und schlief friedlich, war ganz entspannt. 

Wie lang mag Siebe(l)nschläfer wohl geschlafen haben? 
Ich denke sicherlich, bis ihn ein kalter Schatten geweckt und bis hungrig sich sein Magen wieder knurrend gemeldet hat.
   
Ob Siebe(l)nschläfer 
am    27. JUNI 
dem SIEBENSCHLÄFERTAG 
wieder am Rothaarsteig schläft?

Am 27. Juni 2011 schien die Sonne warm - den ganzen Tag. 

Nach einer alten Bauernregel verspricht das - sieben Wochen Wonne...
Das wäre wirklich schön.


text & fotos © johanna Zentgraf





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im Januar 2011

beteiligten sich 2.840 Besucher.


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BAUMGESICHTER I TREEFACES

gaben insgesamt 544 Teilnehmer

ihre Stimme ab.

Ich hoffe,

dass nun niemand sprachlos ist

und möchte allen danken,

die so fleißig mitgestimmt haben.


Dakini der BaumWesen

Johanna Zentgraf