Sonntag, 6. Oktober 2013

NACKI TICKITACKI - DER ZEITDIEB


NACKI TICKITACKI
das LindenBaumFabelwesen - vom Schloss Ahrensburg 
eine TierBaumGestalt 

Ein seltsam NageTier sitzt da am Stamm des LindenBaums vorm Ahrensburger Schloß . Ein grusig anzusehendes Fabelwesen ist es mit einem räudig grau-geflecktem Fell. Sieht dieses Tier nicht auf dem ersten Blick einer Ratte zum Verwechseln ähnlich? Doch nein hat es doch einen langen strähnigen Bart und sehr markant ist sein bislang noch nie gesehener steifer FederSchwanz. Spitz sind seine kurzen Ohren und die scharfen Krallen. Düster mit leerem Blick starrt es aus seinen geränderten runden Augen vom Baum herab. Es ist so groß zwar wie ein Eichhörnchen doch bewahre, man sollte es nicht mit diesem Waldkater verwechseln.

Der da so auf der Lauer hockt ist NACKI TickiTacki.
Er nagt, wie dumm ist das, am Ast, auf dem er selber sitzt.
Das Fabelwesen NACKI TickiTacki, das hat tatsächlich wenig Grips, was darum ganz besonders gefährlich ist.


Den lieben langen Tag ist er allein. Er knabbert und nagt, jammert und klagt, wetzt seine scharfen Krallen. Ihm fällt nichts Besseres ein. Nicht nur an Grips fehlt es dem NACKI auch mangelt es dem Fabeltier an Leidenschaft und Phantasie.
Lebenslust und Lebensfreude so etwas kennt TickiTacki nicht. 
Er weiß nichts von gelebter und erfüllter Zeit und hasst auch die Geselligkeit. 
Im Hier und Jetzt fühlt sich der NACKI selten wohl. 
Schnell ist er angeödet und dann zieht er eine bitterböse Miene.
So ist der NACKI Tickitacki meistens deprimiert.

Wenn es dem TickiTacki langweilig wird, was oft geschieht, dann wackelt ungeduldig er mit seinem langen FederSchwanz, bis dieser wie ein ruheloses Pendel in wildem Takte schwingt. Sehr oft, wenn es besonders dumm läuft, übertragen sich die Schwingungen von TickiTackis Schwanzgependel auf alle Uhren nah und fern. Die Zeiger der Uhren drehen dann schnell und immer schneller, bis Zahnräder vor Überlastung quietschen und es in manchem Uhrwerk rattert und knirscht. 

Die Zeit zu messen in diesem Chaos, wenn TickiTackis Pendelein Frequenzen stören und keine Uhr mehr richtig tickt - geht so etwas von nicht. 
Was die Uhr geschlagen hat, das weiß dann Niemand mehr.

Ein übler Zeit Dieb ist der NACKI TickiTacki, wie man Keinen je zuvor gekannt. 
Und was schlimmer noch ist, er ist ein ganz gemeiner Parasit.

Vor NACKI TickiTacki nehmt Euch in Acht. 
Dass dieser Miesepeter nichts Gutes im Sinne haben kann, lässt sich erahnen erkennt man dessen Blicken voller Hinterlist und wenn man seine angespannte Haltung richtig deuten kann. Verharrt er auch so manche Weile in dieser Lauer Pose doch wird er quirlig der NACKI TickiTacki dann springt er voller Ungeduld von Ast zu Ast, von Baum zu Baum und macht ein Opfer aus.
Sobald er einen ruheloser Menschen erspäht, macht sich der NACKI unsichtbar, 
setzt an zum Sprung und landet unbemerkt 
auf seines Opfers Nacken. 
Sitzt dort ein SCHALK noch, dann kratzt der NACKI und beißt, bis ihm dieser Platz macht und bis irgendwann der SCHALK - der Klügere gibt nach - von Dannen zieht. Wer bei klarem Verstand bliebe auch lange in solch unangenehmer Gesellschaft. 
Wenn ohne seinen SCHALK im Nacken der Mensch so gar nichts spaßig mehr finden kann, vergeht ihm selbst im Keller bald das Lachen. Ist sein Opfer erst richtig deprimiert nutzt NACKI die Gelegenheit und zwingt dem Ahnungslosen seinen Willen auf und vermiest ihm wirklich jede Freud.
Es wird bald immer schwerer den NACKI TickiTacki abzuschütteln, hat dieser sich erst einmal richtig fest gekrallt. Auf Dauer raubt NACKI TickiTacki dem Menschen jede Ruh.
Nagt TickiTacki an des Menschen Ohr, was dieser liebend gerne tut, bringt das Gezwickte das arme ruhelose Lebewesen erst völlig aus dem Gleichgewicht und tickitacki, tickitacki peitscht der NACKI mit seinem Pendelschwanz den Fluss der Zeit. Mit jedem Pendelschwung und Peitschenhieb treibt NACKI TickiTacki den Menschen an, auf dessen Schulter er sich fest gesetzt.

Ein Mensch, der unter NACKIs Last und Einfluss bald nicht mehr aufrecht gehen kann, weiß nicht, wie ihm geschieht. Er wundert sich, wieso für ihn die Zeit so schnell und sinnlos noch dazu vergeht und fragt sich oft, warum er ständig unter solch einem unerklärlichem Druck steht. Streift dieser Mensch den unsichtbaren Nager nicht endlich ab, wird tickitack für ihn die Zeit bald knapp. Solang der NACKI TickiTacki bei dem Menschen ist, kommt ganz gewiss kein SCHALK zurück, kein  Spaß und auch kein Witz, kein Lachen und keine Freud.


Hat solch ein böser Wicht dich doch einmal erwischt, das kommt gelegentlich schon vor, dann rege Dich, bleib in Bewegung, schlage mit deinen Armen Windmühlenräder, schüttele dein Haar, schlag Purzelbäume, lache und stelle dich ins Sonnenlicht. Sei wild, singe laut oder mach Musik und tanze regnet es auch. Vergiss aber nie, hast du auch nur den leisesten Verdacht, streife immer wieder einmal alles Drückende von deinen Schultern ab. Zeig es diesem dummdreisten NACKI TickiTacki vertreibe ihn und hole dir deinen kleinen Schalk zurück, bevor er ganz verloren geht und nähre ihn. Und wenn es dir gelingen sollte, dann halte dich von allem Grimmigen und Blödsinnigen fern. Dann ganz bestimmt wirst Du mit etwas Glück zu einem echten LUCKY-TACKI mein liebes Kind.

Ahrensburg
foto 2012-05-03 / text 2017:: © johanna zentgraf